Editorial

Hieß es einst „Wir sind Papst“, könnte der Slogan neuerdings „Wir sind Plattform“ lauten. Die sogenannte API-Economy (Seite 24), in der sich Organisationen über die möglichst umfangreiche Öffnung ihrer Systeme einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen, gewinnt an Relevanz. Bislang dominiert hier zwar eine Handvoll Online-only-Player aus dem US-amerikanischen Silicon Valley (Seite 16). Doch auch hierzulande scheinen immer mehr Unternehmen beseelt von der Idee, ihr Geld über eine „Öffnung“ zu verdienen und nicht mehr über den möglichst exklusiven Vertrieb physischer Produkte (Seite 4). Dazu treiben sie interne Veränderungen der Organisation voran: „Collaboration“ lautet das Zauberwort, das den Mitarbeitern unkomplizierten Zugang zu möglichst vielen Informationen und Projekten ermöglichen soll (Seite 6). Die Unternehmen suchen derzeit aber vor allem Zugang zur Idee, wie Hersteller physischer Produkte zu einer Plattform werden können. Dazu finden sie sich zusammen, nennen das manchmal (nationale) Plattform oder auch Konsortium und entwickeln sogenannte Testbeds. Das sind Experimentierplattformen für die Industrie, um digitale Produktionsansätze und Datenlösungen auszuprobieren. Wer solche Testzentren treibt, wer am meisten davon profitiert, und wohin das „Probeliegen“ die deutsche Industrie führt, darüber scheiden sich die Geister (Seite 18). Fest steht jedoch: Ausgeruht wird sich in solchen Testbetten nicht. Drum bleiben Sie munter, und lesen Sie sich schlau.

 

Die Redaktion