Editorial

Die Blockchain ist ein beeindruckendes Beispiel für die Dynamik, die Technologien im Zuge der Digitalisierung entfalten. 2008 wurde die erste Implementierung einer Bitcoin-Software über eine Public Blockchain veröffentlicht. Kürzlich platzierte der japanische Finanzinformationsanbieter Fisco eine erste Bitcoin-Anleihe; sieben europäische Banken wollen noch in diesem Jahr gemeinsam eine ganze Blockchain-Plattform aufsetzen, um Handelsfinanzierungen für kleine und mittelständische Unternehmen zu vereinfachen. Alle zehn Jahre vollzieht die Technologie einen großen Schritt, was nicht zuletzt traditionelle Geschäftsmodelle vom Markt tilgen und Branchengrenzen auflösen könnte – oder gar dazu führt, dass staatliche Instanzen, die einst grundlegende Bedürfnisse wie Transparenz und Sicherheit stillen sollten, von ihrer Aufgabe entbunden werden (siehe Artikel Blockchain 4 Industry). Wie weit die Blockchain diese Veränderungen tatsächlich treibt, bleibt abzuwarten. Erste Effekte im Industrieumfeld weisen jedoch den Weg. Hier hat die Blockchain bereits Branchengrenzen verschoben, verkündete doch kürzlich der Autobauer Renault, Autodaten über die Blockchain zu steuern und so eine neue Plattform für Wartungsdienste anzubieten (siehe News international). Bald könnte auch der Maschinenbau von den gänzlich neuen Betriebs- und Lizenzierungsmodellen profitieren, die sich über die Blockchain ergeben (siehe Artikel Blockchain-Technologie). Und selbst den Einstieg ins IIoT treibt die Technologie indirekt, denn ohne Retrofit des Maschinenparks können Firmen nicht vom Machine- Leasing profitieren (siehe Artikel Retrofit). Noch bündeln Industrieentscheider ihre Investitionen und fokussieren klassische Industrie- 4.0-Technologien (siehe Artikel Investitionstrends). Doch warten wir ab, wie das Investitionsbarometer 2018 aussehen wird.

 

Eva Roßner
Verantwortliche Redakteurin