Editorial

Elektromobilität ist auf dem Vormarsch, was bei den vier größten Automobilzulieferern zu bis zu 60 Prozent Umsatzeinbußen führen könnte. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse der Universität Duisburg-Essen. Demnach haben sich die Unternehmen zu stark auf die Produktion von Teilen für Verbrennungsmotoren konzentriert. Der Vorschlag der Forscher: Zulieferer sollten nach dem Vorbild der Bad Banks die rückständigen Unternehmenssparten abspalten. So verschaffen sie sich Luft zum Atmen, um sich auf Zukunftsfelder zu konzentrieren. Doch woher wissen die Entscheider, ob die Zukunft überhaupt im Elektroauto liegt und nicht etwa in elektrisch betriebenen Kapseln, die Menschen unter der Erde von Berlin nach Paris bringen? Die neuen Transportideen von Unternehmen wie Space X, aber auch von Uber und zahlreichen Start-ups können das autonom fahrende Auto womöglich überholen und durch elektrische Autos ersetzen, die vertikal starten und landen. Um Moonshots, also die Märkte und Schlüsseltechnologien der Zukunft, früh genug zu besetzen, investieren große Technologiekonzerne deshalb in deren Entwicklung. Es ist interessant, wie sie das tun, vor allem aber, was daraus folgt: Hochprofitable Digital-Geschäftsmodelle werden plötzlich zur Basistechnologie für industrielle Durchbrüche im Hardwarebereich – wie etwa Raketen oder eben fliegende Autos.

Eva Roßner
Verantwortliche Redakteurin