Cybercrime

Die eigenen Mitarbeiter sind die größte Gefahr – und der beste Schutz
Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass Sabotage und Spionage in der Wirtschaft ein Massenphänomen sind. Wichtigster Faktor beim Kampf dagegen sind die Mitarbeiter.
TEXT: Matthias Schmidt-Stein

Jährlich entsteht der deutschen Industrie ein Schaden von 43 Milliarden Euro durch Sabotage, Datendiebstahl und Spionage. Die Attacken erfolgen dabei zunehmend auf digitalem Wege, wie eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt. „Wer nicht in IT-Sicherheit investiert, handelt fahrlässig und gefährdet sein Unternehmen“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

„Illegaler Wissens- und Technologietransfer, Social Engineering und auch Wirtschaftssabotage sind keine Einzelfälle, sondern ein Massenphänomen“, unterstrich auch Thomas Haldenwang, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), die Brisanz der Studie, die er zusammen mit Berg präsentierte. Die Angreifer hatten es vor allem auf die Kommunikations- und Kundendaten ihrer Opfer abgesehen. Bi jeder zehnten Attacke wurden auch Patente oder Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung gestohlen. Und in 19 Prozent der befragten Unternehmen ging es den Angreifern nicht nur um Datenklau – sondern sie sabotierten die gesamte Produktionsanlage auf digitalem Wege

Wenn es um Cyberkriminalität in der Wirtschaft geht, ist die Belegschaft des Unternehmens ein wichtiger Faktor: Denn einerseits waren bei zwei von drei Attacken die Angreifer ehemalige oder derzeitige Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens. Deutlich seltener geraten Konkurrenten, Geheimdienste oder die organisierte Kriminalität in den Fokus der Ermittler. Auf der anderen Seite sorgten aber in 61 Prozent der Fälle die eigenen Mitarbeiter dafür, dass kriminelle Handlungen überhaupt aufgedeckt werden. Damit schlugen sie sogar die eigenen Sicherheitssysteme (40 Prozent) und den Zufall (23 Prozent). „Der effektivste Schutz vor Spionage, Diebstahl oder Sabotage sind motivierte, gut geschulte und aufmerksame Mitarbeiter“, betont Bitkom-Präsident Berg.

Für die Studie wurden 503 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche aus allen Industriebranchen befragt. Weitere Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung finden Sie auf Markt und Mittelstand.