KI-Strategie

Bundesregierung benennt Eckpunkte ihrer Pläne
Kurz vor der Sommerpause hat sich das Kabinett mit dem Thema Künstliche Intelligenz befasst. Worum geht es, und was wurde beschlossen?
TEXT: Matthias Schmidt-Stein

Wie China, Frankreich und der Europäischen Union arbeitet auch die Bundesregierung an einer „Strategie Künstliche Intelligenz“. Wie angekündigt wurden noch vor der Sommerpause Eckpunkte dieser Strategie beschlossen und veröffentlicht. Die finale Strategie soll bis November dieses Jahres ausgearbeitet und vorgestellt werden.

Deutschland solle im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) eine „weltweit führende Rolle“ einnehmen, heißt es in dem Dokument, dass die Bundesregierung in dieser Woche veröffentlicht hat: „‚Artificial Intelligence (AI) made in Germany‘ soll zum weltweit anerkannten Gütesiegel werden.“ Das setze unter anderem eine bessere Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft,  die Schaffung von Standards sowie einen Ausbau von KI-Forschung voraus. Nach dem Willen der Regierung sollen Kompetenzzentren zum maschinellen Lernen geschaffen und die Vernetzung der Zentren und Forschungseinrichtung zu KI und Big Data verstärkt werden.

Auch der Wissenstransfer in die Wirtschaft ist Thema des Dokumentes. „Das Know-How aus der deutschen Forschungslandschaft muss stärker in Deutschland und Europa in Wertschöpfung umgemünzt werden“, heißt es dazu. Das soll unter anderem durch ein kontinuierliches Technologie-Monitoring gesichert werden. Der Mittelstand soll Förderungen beantragen können, um Zugang zu KI-Technologien und Rechnerkapazitäten zu bekommen. Zudem sollen gemeinsame Projekte von Wissenschaft und Wirtschaft initiiert und gefördert werden. Das alles geht nicht ohne Fachkräfte – die bekanntlich vor allem (aber nicht nur) im Bereich KI kaum vorhanden sind. Deshalb plant die Politik unter anderem die Förderung neuer KI-Lehrstühle sowie die Einrichtung spezieller Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Eine Einschätzung

Die Kabinettvorlage, die gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingebracht wurde, enthält viele richtige und wichtige Punkte. Dass das Thema überhaupt so prominent auf der politischen Agenda steht, zeigt: Die Regierung hält es für dringlich. Allerdings sind die Eckpunkte bislang nur eine Absichtserklärung. Die einzelnen Vorhaben müssen noch mit Leben gefüllt werden – was einiges kosten dürfte. Vollkommen unklar ist auch, wie viele Unternehmen von der „Strategie Künstliche Intelligenz“ letztlich profitieren werden. Schließlich fehlt mancherorts in Deutschland die nötige Infrastruktur – etwa beim Breitbandausbau –, ohne die Unternehmen selbst von einfachsten KI-Anwendungen nur träumen können.