KI und Robotik

Vorteile in der konsumentenorientierten Wertschöpfungskette
Kunden und Geschäftspartner erwarten in einer vernetzten Welt immer mehr von Unternehmen. Künstliche Intelligenz und Robotik können dabei helfen, die Wertschöpfungsketten daran anzupassen.
TEXT: Oliver Lofink

Sozioökonomische Megatrends und digitale Technologien revolutionieren viele Branchen, Geschäftsmodelle, Produkte, Prozesse und Organisationen. Eine grenzenlose, vernetzte Welt steigert das Bewusstsein und die Erwartung der Verbraucher, die Nachfrage wird unberechenbarer, und Reaktionen werden schwieriger. Diese Trends erhöhen die Komplexität und erfordern mehr Flexibilität, Geschwindigkeit und Präzision in den Wertschöpfungsketten.

Das traditionelle Wertschöpfungsmodell wandelt sich von einem linearen zu einem Netzwerk-Modell, in Richtung verbraucherorientierter, datengesteuerter, hochkomplexer Liefernetze. In dieser neuen Welt treibt der Verbraucher Innovationen aus dem Herzen des Liefernetzes immer stärker mit an, anstatt nur als Abnehmer am Ende der Lieferkette zu stehen. Der Wandel erfordert eine Individualisierung der Massenproduktion, eine präzisere Planung und Synchronisierung der Lieferkette und eine schnellere Reaktionsfähigkeit im Einzelhandel – dies strapaziert die Fähigkeiten der typischen Arbeitskräfte und der Infrastruktur. Es braucht eine sofortige Sichtbarkeit, eine schnelle Entscheidungsfindung und eine erhöhte Flexibilität im gesamten Netzwerk. Fortschritte bei der Automatisierung durch Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik haben das Potential, Wertschöpfungsketten zu revolutionieren.

Maschinen treffen unabhängige Entscheidungen

Wörterbücher wie das Oxford English Dictionary beschreiben Künstliche Intelligenz als „Computersysteme, die in der Lage sind, Aufgaben zu erfüllen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern, wie beispielsweise visuelle Wahrnehmung, Spracherkennung und -übersetzung oder Entscheidungsfindung“. Grob gesprochen, geht es um die Fähigkeit von Systemen und Maschinen, aus Daten zu lernen, unabhängige Entscheidungen zu treffen und automatisch zu handeln. Hieraus resultiert ein höheres Potential, automatisch neue Erkenntnisse aus riesigen Datenmengen zu schaffen, Tag für Tag.

KI und Robotik ermöglichen zwei Schlüsselkomponenten der Automatisierung: „Regelbasierte Automatisierung“ verwendet definierte Datensätze, um große, repetitive, administrative Aufgaben mit vordefinierten Reaktionen zu erledigen; „intelligente Automatisierung“ kann kognitives Lernen, Kommunikation, Bewegung und optische Erkennung einsetzen, um komplexe Aufgaben durch die Nachahmung menschlicher Entscheidungsfindung zu übernehmen.

Mit der Automatisierung durch KI und Robotik können Organisationen Datenmassen autonom sammeln und analysieren, die Reaktionsfähigkeit in der Lieferkette fördern, eine Individualisierung anbieten, neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und die Zeit bis zur Markteinführung verkürzen. So beeinflusst KI die Customer-Journey einer Kundin an einem typischen Tag beim Echtzeitkauf von Kosmetik und Kleidung mit neuen Technologien in der Kundenerfahrung (Vertrieb und Marketing, 24/7-Lieferung und Kundenservice, Werbung und Onlinesuche) und in den Back-end-Transaktionen (Onlinezahlung, Social Adds, digitales Bestandsmanagement, flexible Preisgestaltung).

Automatisierung richtig implementieren

Wollen Unternehmen eine Strategie für KI und Robotikautomatisierung, sollten sie nicht an alten Systemen festhalten, nur weil diese bereits verfügbar sind. Sie sollten kleine Schritte planen und mit der Automatisierung eines Teils der Lieferkette beginnen. Mit ersten Erfolgen im Rücken, sollten sie die Automatisierung über die gesamte Organisation skalieren.

 Vier Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: 

 

Was möchten Sie mit der Automatisierung durch KI und Robotik für Geschäfts- und Lieferkettenstrategie, Betriebsmodell und Personalkompetenzen erreichen?

Warum brauchen Sie die Automatisierung ihrer Unternehmensdaten, Technologielandschaft, Prozesse und Analysestrategie, und warum gerade jetzt?

Wie können Sie dies entwickeln und in Ihrem Markt und Unternehmensumfeld umsetzen? Und wie schnell können Sie dabei für Betriebsfähigkeit und Systemintegration sorgen?

Wo sollten Sie anfangen und mit welchen Partnern sollten Sie zusammenarbeiten?

PA Consulting und The Consumer Goods Forum haben eine Veröffentlichung zum Thema ‚AI and Robotics Automation‘ herausgegeben. Sie kann hier heruntergeladen werden.

Oliver Lofink ist Beratungsexperte für die Bereiche Konsumgüter und Chemie bei PA Consulting. Der Diplom-Kaufmann betreut unter anderem Beratungsprojekte, die sich mit der Digitalisierung in der Agrarwirtschaft oder auch mit Agilität in der Prozessindustrie beschäftigen. Vor seinem Einstieg bei PA arbeitete Lofink bei Hoechst/Aventis und BayerCropScience.