Zwischen Strategie und Realität

Drei neue Studien zum Stand der Digitalisierung
Die Digitale Transformation ist endgültig zum wirtschaftlichen Leitthema geworden. Das zeigen gleich mehrere Studien.
TEXT: Matthias Schmidt-Stein

„Die Digitalisierung ist im deutschen Mittelstand angekommen, und Teil nicht nur der Strategie, sondern auch der betrieblichen Realität“, heißt es in einer Studie der IUBH Internationale Hochschule in Kooperation mit der Allfoye Managementberatung, All for One Steeb und dem European Institute for Leadership and Transformation. Demnach ist in vier Fünftel der insgesamt 121 befragten Unternehmen das Thema Digitalisierung Teil der Unternehmensstrategie, in immerhin noch jedem Dritten sogar ein dominanter Teil. Interne Faktoren wie die richtige Kommunikation werden dabei in der Umsetzung wesentlich erfolgskritischer gesehen als Fragen der Technologie. Die technische Implementierung von Blockchain, AR und KI reicht eben nicht.

Eine weitere Studie der Quadriga Hochschule Berlin, für die insgesamt gut 370 Digitalverantwortliche befragt wurden, zeigt, dass die Digitalisierungsstrategien (wobei in dieser Studie 93 Prozent der befragten Unternehmen eine solche haben) vor allem die Prozesse betreffen – in 73 Prozent der Fälle ist deren Digitalisierung eines der Ziele. Mit 61 Prozent folgt die „Verbesserung von Kundenerlebnissen“ auf Platz 2. Ebenfalls interessant – wenn auch möglicherweise dem Untersuchungsdesign geschuldet: In etwa der Hälfte der Fälle liegt die Digitalisierungsverantwortung auf C-Ebene, jeweils etwa gleich häufig bei der Unternehmensleitung und beim CDO. Dass es diese Position in so vielen (und laut Studie sogar immer mehr) Unternehmen gibt, widerspricht unter anderem Beobachtungen, von denen der Personaldienstleister Dwight Cribb in einem CEDO-Interview berichtet hatte.

Woran die Digitalisierung wiederum scheitert, versucht eine dritte Studie zu erklären, für die die Personalberatung Careerteam 65 deutsche CDOs und andere Führungskräfte befragt hat. Vor allem fehlende Qualifikation und Änderungsbereitschaft werden darin bemängelt. Darüber hinaus bestätigt diese Studie die Ergebnisse der beiden vorgenannten. So wird auch in ihr die Digitalisierung von Geschäftsprozessen als eine der wichtigsten Veränderungen hervorgehoben sowie die Bedeutung der internen Kommunikation.