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Deutsche Post DHL, Schweizer Post, Dresdner I4.0-Modellfabrik, Digital-Gehälter, Here-Kartendienst

DAS VERDIENEN DIE DIGITALCHEFS

Eine Überraschung vorweg: 87 Prozent der Unternehmenslenker der digitalen Wirtschaft würden in die klassische Wirtschaft wechseln, um dort die Digitale Transformation voranzutreiben. Dabei spielt mehr Gehalt eine untergeordnete Rolle: Die größten Motivatoren sind die Perspektive, in einem etablierten Markt die Zukunft neu zu gestalten (59 Prozent) und sich persönlich weiterzuentwickeln (50 Prozent). Das sind einige Ergebnisse der aktuellen Cribb-Gehaltsstudie 2016. Dazu hatten die Personalberater mehr als 400 Führungskräfte aus der Digitalwirtschaft befragt. Die Digital-Chefs sind aber nicht günstig. So liegt der Durchschnittsverdienst bei knapp 200.000 Euro. Niedrigster Wert waren 75.000 Euro, aber Spitzenverdiener nehmen jährlich bis zu 940.000 Euro ein. Hinzu kommen Leistungen wie Dienstwagen (54 Prozent der Fälle), Unternehmensbeteiligungen (20 Prozent) und Aktienoptionen (21 Prozent) sowie Altersvorsorge (31 Prozent). Nur 23 Prozent erhalten keine Zusatzleistungen.


LIEFER ROBOTER TESTET DERZEIT DIE SCHWEIZER POST

Seit September setzen die Schweizer selbstfahrende Lieferroboter ein. Dabei geht es um die Zustellung auf der letzten Meile. Die von Starship Technologies hergestellten Roboter können bis zu 10 Kilo über eine Distanz von maximal 6 Kilometern transportieren. Besonders kurzfristige Lieferungen sollen vom Robotereinsatz profitieren. Mit einem kommerziellen Einsatz sei aber erst in drei Jahren zu rechnen, sagt die Schweizer Post. In Deutschland testet bereits Media Markt StarshipRoboter in Düsseldorf, Hermes will in Hamburg bald folgen.


DHL baut Elektroautos

DIE DEUTSCHE-POST-LOGISTIKTOCHTER DHL SETZT IN KÖLN NUN ELEKTROFAHRZEUGE FÜR DIE ZUSTELLUNG EIN. Anfangs sollen 36 der gemeinsam mit der Aachener Konzerntochter Street Scooter entwickelten Fahrzeuge eingesetzt werden, weitere 30 sollen bis Jahresende hinzukommen. Derzeit werden die Produktionskapazitäten in Aachen aufgestockt, so dass ab 2017 rund 10.000 Fahrzeuge jährlich produziert werden können. Mittelfristig will die Deutsche Post DHL Group ihre gesamte Fahrzeugflotte auf Elektroautos umstellen. Das wären dann rund 70.000 Fahrzeuge deutschlandweit. Bislang sind rund 1.000 Street Scooter produziert worden, bis Jahresende sollen es 2.000 sein. Auch externe Kunden, beispielsweise Kommunen, hätten Interesse an den Fahrzeugen geäußert. Seit 2013 testet DHL die Zustellung mit verschiedenen Elektrofahrzeugen in Bonn. Auch die DHL-Konkurrenten erproben Elektrofahrzeuge, haben allerdings keine Eigenentwicklungen zur Verfügung.


DRESDEN BEKOMMT I-4.0-MODELLFABRIK

Für 1,5 Millionen Euro wird die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden eine Industrie-4.0-Modellfabrik einrichten. Die Fabrik soll Anfang 2017 betriebsbereit sein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglicht mit dem Zuschuss zunächst „nur“ die Basis-Infrastruktur. Partner aus der Wirtschaft sollen weitere Hardund Software bereitstellen: Unternehmen und Institute aus der Region sollen ihre Maschinen in die Modellfabrik stellen, um eigene I-4.0-Lösungen zu testen. Zu den Testinteressierten gehören Infineon, CamLine und Zigpos.


INVESTOREN FÜR HERE GESUCHT

Der von den drei deutschen Autoherstellern Audi, BMW und Daimler erworbene Kartendienst Here soll weitere Investoren an Bord nehmen. Gerüchten zufolge sei Amazon ein heißer Kandidat, aber auch Microsoft und Ali Baba seien im Gespräch. Denkbar seien Investoren aus der IT-Industrie, aber auch Handel und Logistik, sagte Here-Chef Edzard Overbeek. Schon kurz nach dem Kauf für rund 2,5 Milliarden Euro hatten die Autobauer angekündigt, Here als Plattform für weitere Investoren zu öffnen.