Buzzword-o-Rama

Mitreden können bei: Growth-Hacking

WER REDET DARÜBER?

Zuerst war es der US-Unternehmer Sean Ellis im Jahr 2010. Er war u.a. für Dropbox und Eventbrite tätig und verhalf den Start-ups mittels Growth-Hacking zu schnellerem Wachstum. Mittlerweile nutzen den Begriff alle, die etwas auf ihre Customer-Journey und User-Experience halten und oft von Conversion-Rate und Page- Impressions sprechen. Und natürlich diejenigen, die eine Marke aufbauen wollen und bislang kein Marketing-Buch gelesen haben.

WAS MUSS ICH DARÜBER WISSEN?

Growth-Hacking ist eine Marketingmethode, um viele Menschen mit wenig Ressourceneinsatz auf das eigene Produkt aufmerksam zu machen. Growth-Hacking ist aber gewissermaßen auch ein Ansatz zur Produktentwicklung, denn das Produkt soll möglichst viele dieser User glücklich machen, so dass sie es regelmäßig nutzen. Ein Growth-Hack ist also immer eine individuelle Idee, die auf das Unternehmen und dessen Kunden abgestimmt ist und oft auch nur für genau ein Produkt oder eine Dienstleistung funktioniert. Und mittlerweile ist es auch ein Job, bei dem der sogenannte Growth-Hacker die User – wie auch immer – von einem Schritt zum nächsten bringt und dabei die Conversion jedes Schrittes laufend misst und möglichst kreativ optimiert.

NUR HYPE ODER AUCH SUBSTANZ?

Die Methode hat bislang prominente Erfolge im B2C-Umfeld gefeiert. Simpel und faszinierend ist der 1998 durchgeführte Growth- Hack durch den Hotmail-Investor Timothy Draper. Er schlug den Gründern Sabeer Bhatia und Jack Smith vor, an jede über Hotmail versendete E-Mail die folgende Signatur dranzuhängen: „PS I love you. Get your free E-mail at Hotmail.“ Kurze Zeit nach dem Growth-Hack zählte Hotmail 12 Millionen Accounts und wurde von Microsoft für 400 Millionen US-Dollar übernommen. Das Videoportal Youtube nutzt die Methode ebenfalls: Die Embedded Codes, mit denen man Videos in die eigene Website einbauen kann, sind angeblich Growth- Hacks. Solche Embedded Codes halfen auch Facebook zu einem beachtlichen Wachstumsschub, der Facebook-Like-Botton kam wohl ebenfalls über einen Growth-Hack zustande.

Erfolge aus dem B2B-Umfeld sind bislang nicht sichtbar – obgleich Fans des Growth-Hackings beschwören, dass sich die Methode „ganz leicht“ auf unterschiedliche Zielgruppen und Branchen anwenden lasse. Als Argument dafür nennen sie beispielsweise, dass der Wettbewerb im B2B-Segment anders sei, da Kunden weniger Herstelleroptionen zur Auswahl hätten. Dieser Mangel mache Growth-Hacking im B2B-Marketing so effektiv. Denn während sich traditionelles B2B-Marketing darauf konzentriere, passende Interessenten direkt anzusprechen, ermögliche Growth-Hacking, ein größeres Publikum zu erreichen. Paul Graham, englischer Programmierer, Buchautor und Harvard- Absolvent, bezweifelt die Sinnhaftigkeit des Konzepts. Er sagt, Wachstum hat nichts mit Growth-Hacking zu tun, sondern damit, dass ein Unternehmen Produkte anbietet, die Kunden wollen – und sie dann einfach darauf anspricht.

WAS KOMMT DANACH?

Noch ein Wort für Marketer, eines, das ebenfalls modern und wichtig klingt.


UND WAS SAG ICH NUN BEIM SMALLTALK DAZU?

Ich bin gleich wieder da.

Ah. Und was genau machen Sie jetzt nochmal?

Wer oder was ist Hotmail?

Sie haben ein sehr schönes Ti Äitsch.