NEWS - international

Samsung und Autobau, GE und KI, Siemens kauft US-Softwareunternehmen

DEEP LEARNING

JAPAN WILL SCHNELLSTEN SUPERCOMPUTER BAUEN

FÜR UMGERECHNET 162,8 MILLIONEN EURO PLANT DAS JAPANISCHE MINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, HANDEL UND INDUSTRIE EINEN NEUEN SUPERCOMPUTER. Dies gab die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ihr vorliegende Budgetunterlagen bekannt. Der neue Supercomputer soll rund 130 Petaflops erreichen, was das System an die Spitze des Top-500-Supercomputer-Rankings katapultieren würde. Der neue Supercomputer soll ABCI (AI Bridging Cloud Infrastructure) heißen und an Japans National Institute of Advanced Industrial Science and Technology gebaut werden. Neben Erfolgen bei der Forschung über Künstliche Intelligenz und Deep Learning soll der Supercomputer auch in den Bereichen autonome Autos, Medizin und Robotik eingesetzt werden. Fertigstellt wird das System frühestens 2017, dann soll der Supercomputer gegen eine nicht bekannte Gebühr an japanische Unternehmen vermietet werden. Derzeit können sich IT-Konzerne für eine Mitarbeit an dem Projekt bewerben.


WATCH OUT:

PICAVI

Ein junges Tech-Unternehmen in der Nähe von Aachen bringt Google Glass auf den Shopfloor: Nach eigenen Angaben ist die Picavi GmbH das erste Unternehmen weltweit, das die Kommissionierung mit Datenbrillen von einer Vision zur marktreifen Lösung für die Intralogistik entwickelt hat. Die Datenbrille verfügt über einen kleinen PC, ein Head-up-Display, einen WLAN-Chip, einen integrierten Barcode-Scanner und das bekannte Betriebssystem Android – alles mit einem Gewicht von 43 Gramm gut tragbar. Auf dem integrierten Rechner läuft eine von Picavi entwickelte, speziell für Datenbrillen optimierte Lagerlogistik- Software. Nach zweijähriger Produktentwicklung wird das Kommissioniersystem nun in immer mehr Betrieben eingeführt. Seit 2015 ist die Pick-by-Vision-Lösung bereits in der Kosmetikindustrie, der Lebensmittelbranche und im Stahlhandel kontinuierlich im Echtbetrieb. 2016 erfolgten weitere Installationen in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien.


AUTOMOBILINDUSTRIE

SAMSUNG KAUFT US-MASCHINENBAUER HARMAN

Samsung macht den traditionellen Autobauern Druck: Für rund 8 Milliarden US-Dollar kauft der südkoreanische Elektronikkonzern den US-Maschinenbauer Harman und hat damit nun einen Hersteller für Autoelektrik und Unterhaltungselektronik an Bord. Dieses Geschäft macht zwei Drittel des Umsatzes von Harman aus, außerdem arbeitet der Konzern an der Vernetzung von Autos und Sicherheitssystemen. Samsung könnte so den Wettbewerb um die optimale Nutzerführung im Auto neu entfachen. Autobauer wie Volkswagen setzen auf eigene Plattformen. Apple und Google wollen Smartphones nutzen, um mit den Plattformen Carplay und Android Auto die Kundenschnittstelle zu besetzen. Harman bündelt Aufträge aus der Autobranche in Höhe von 24 Milli- arden US-Dollar, zudem gehören Unterhaltungselektronik- Marken wie Harman/Kardon, AKG oder JBL zum Konzern. Samsung könnte damit seine Position im Sound-Bereich gegen Rivalen wie Sony ausbauen und hat zudem einen Akteur an der Hand, der an der Quelle zu relevanten Kundendaten sitzt. Harman hat auf der CES in Las Vegas eine Kamera vorgestellt, die das Stressniveau des Fahrers erkennt.


M&A/SIEMENS

4,5 MILLIARDEN US-DOLLAR: SIEMENS KAUFT US-UNTERNEHMEN

Siemens wird den US-Softwarespezialisten Mentor Graphics für 4,5 Milliarden US-Dollar übernehmen. Wie die Münchner Mitte November erklärten, soll Mentor wesentlich zum Geschäft mit Product-Lifecycle-Management- Software der Division Digital Factory beitragen (Beitrag zur PLM-Strategie siehe Seite 24). Der Zukauf ist Teil des großen Umbaus, den Siemens-Chef Joe Kaeser im Rahmen des Entwicklungsplans 2020 vorantreibt. Er will Siemens als einen der führenden Ausrüster für die Digitalisierung der Industrie positionieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 setzte Siemens mit Software und digitalen Diensten rund 4,3 Milliarden Euro um, die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 80 Milliarden Euro. Der Markt dafür soll jährlich um durchschnittlich 8 Prozent wachsen, deutlich stärker als die Märkte für herkömmliche Automatisierungstechnik und Elektrifizierung und die zugehörigen Dienstleistungen. Kaeser hat ebenfalls angekündigt, sich an der Simulationsfirma Bentley zu beteiligen, was die Konsequenz seiner Digital-Vorhaben unterstreicht. In den vergangenen Jahren erwarb Siemens für insgesamt rund 6 Milliarden US-Dollar bereits mehrere Firmen, die auf Industrie- und Produktionssoftware spezialisiert sind, darunter die US-Unternehmen UGS und CD-Adapco.


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

GENERAL ELECTRIC KAUFT KI-START-UPS

Der Technologiegigant General Electric gab Mitte November bekannt, das Start-up Wise.io kaufen zu wollen. Genau genommen beteiligt sich GE Digital, die Digitalsparte von GE, an dem 2012 gegründeten Unternehmen für Machine- Learning-Services, wie Techcrunch berichtet. Mit der Industrieplattform Predix unterstützt GE seine Industriekunden bereits mit Wartungsservices, bislang spielen intelligente Anwendungen jedoch nur eine rudimentäre Rolle. Mit der Technologie von Wise.io soll sich das ändern, zudem erhofft sich GE fachliches Know-how sowie Zugang zu Wise-Kunden, die vormals nicht zum Kundenstamm von GE zählten. Ein Preis wurde nicht genannt. Bereits im Jahresverlauf hat GE mehrere Start-ups gekauft, so beispielsweise das Cloud-Unternehmen Service Max für rund 1 Milliarde US-Dollar, zudem das kanadische KI-Unternehmen Bit Stew für 153 Millionen US-Dollar.