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Mittelstand, IT-Investitionsstau, Vertrieb, Porsche, TÜV, Serviceplan

ZU WENIG GELD FÜR DIGITALE TRANSFORMATION?

Digital transformieren wollen und sollen sie fast alle, die IT-Abteilungen in den Unternehmen weltweit. 87 Prozent der 630 IT-Entscheider in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten berichten, dass sich ihre Unternehmen mit der Umsetzung digitaler Transformationsstrategien befassten. Doch die Arbeit am Trendthema wird, so ein weiteres Ergebnis der Borcade-Studie „Unlocking the Power of Digital Transformation“, durch schnöde Alltagsarbeit blockiert: 73 Prozent sind mit der Aufrechterhaltung der Datensicherheit befasst, 63 Prozent mit der Unterstützung von Legacy-Systemen. So kritisierten vier von fünf IT-Entscheidern (79 Prozent), dass ihr Unternehmen sie nur eingeschränkt bei der digitalen Transformation unterstütze. Ein großes Hindernis sind die Altsysteme – und die engen Budgetgrenzen für Modernisierungen. Eine deutliche Mehrheit der IT-Entscheider zeigt sich darob bereits frustriert.


5% DIGITALE LEADER

Auch der deutsche Mittelstand „digitalisiert“. Allerdings kann sich gerade einmal jedes zwanzigste der von Lünendonk befragten Unternehmen als „Digital Leader“ bezeichnen. Das Gros (rund zwei Drittel) der Mittelständler befindet sich in der Mitte als „Digital Follower“ – angesichts der Investitionsmöglichkeiten des Mittelstands keine überraschende Erkenntnis. Immerhin weisen „Digital Follower“ aber bereits einen Digitalisierungsgrad von 50 bis 70 Prozent auf. 17 Prozent der Unternehmen bis 1 Milliarde Euro Jahresumsatz befinden sich auf Stufe 2, „Digital Transformer“. Nur etwa jeder fünfte „Digital Follower“ verfügt schon über eine Digitalisierungsstrategie für das gesamte Unternehmen.


CDOs für TÜV und Serviceplan

UNGEACHTET DER FORTGESETZTEN DEBATTE (BRAUCHT ES EINEN CDO? WIE LANGE?) WURDEN AUCH IM ZURÜCKLIEGENDEN MONAT NEUE CDOS EINGESTELLT. So hat der TÜV Süd Dirk Schlesinger zum CDO ernannt – bislang gab es diese Position noch nicht. Schlesinger hat die weltweite Verantwortung für die digitale Transformation des Dienstleistungskonzerns und berichtet direkt an den TÜV-Vorstandsvorsitzenden Axel Stepken. Unter anderem soll er den Bereich „Digital Service“ – Leistungen und Lösungen für die digitale Transformation – aufbauen. Bereits Ende März ist das erste Center of Excellence Digital Service in Singapur eingeweiht worden. Auch bei der Kommunikationsgruppe Serviceplan International wurde der Posten des CDOs neu geschaffen. Seit dem 1. Mai ist Tim Schnabel nun für die weitere Integration des digitalen internationalen Leistungsangebots der Serviceplan-Gruppe unter der Marke Plan.Net sowie den strategischen Ausbau und die Zusammenarbeit mit Kunden für neue Standorte zuständig. Bislang war Schnabel Geschäftsführer von Plan.Net Solutions.


VERTRIEB HINKT DIGITAL HINTERHER

Ein Unternehmen, zwei Geschwindigkeiten: Während die Digitalisierung in der Produktion offenbar rasch Einzug hält, hinkt der Vertrieb deutlich hinterher. Nur 2 Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen bislang die Möglichkeiten der digitalen Vertriebskanäle vollständig aus. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Horváth & Partners unter 220 Industrieunternehmen. Aus dem B2C-Bereich bekannte Angebote wie Onlineshops oder Konfiguratoren werden bislang im Industriegütervertrieb kaum angeboten.


PORSCHE GRÜNDET DIGITALTOCHTER

Auch Porsche will nun im Digitalbereich mitmischen. Dazu wurde die Gründung der Porsche Digital GmbH beschlossen. Sie soll Porsche zum „führenden Anbieter digitaler Mobilitätslösungen im automobilen Premiumsegment“ entwickeln. Schaffen soll das vor allem Thilo Koslowski, der dazu vom IT-Beratungshaus Gartner nach Ludwigsburg bei Stuttgart wechselte. Die Digital GmbH soll nach Vorstellungen von Porsche-Chef Oliver Blume digitale Kundenerfahrungen, Produkte, Geschäftsfelder und -prozesse identifizieren und weiterentwickeln. Später sollen weitere Standorte in Berlin, im Silicon Valley und in China hinzukommen.