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Carwow, Unispectral, Chinesische Investoren, GEs IoT-Feldtest, CDO-Club von SAP

Carwow kommt nach Deutschland

DER BRITISCHE AUTOVERKAUFSVERMITTLER CARWOW WILL NOCH IM MAI NACH DEUTSCHLAND KOMMEN. Das Unternehmen dreht den Spieß beim Autokauf um: Der potentielle Kunde signalisiert Interesse an einem Modell, anschließend unterbreiten Autohändler ein Angebot. So erspart sich der Kunde Feilscherei oder einen zeitintensiven Preisvergleich vor Ort. Interessanterweise entscheidet sich nur jeder vierte Käufer für den günstigsten Händler – Service oder Liefergeschwindigkeit sind entscheidendere Kaufkriterien. Carwow erhält sehr unterschiedliche Resonanz von den Händlern, während die Hersteller das Start-up unterstützen: Der Autokäufer sei weniger von der Leistung des Händlers abhängig und bleibe so eher einer Automarke treu.


WATCH OUT: UNISPECTRAL

Das israelische Start-up Unispectral, das Hyperspektralkameras in Miniaturgröße entwickelt, hat in einer aktuellen Finanzierungsrunde insgesamt 7,5 Millionen US-Dollar eingesammelt. Beteiligt hat sich unter anderem Robert Bosch Venture Capital. Hyperspektrale Kameras erfassen mehr als das menschliche Auge und können so zur Analyse von Flüssigkeiten, der Oberflächenbeschaffenheit und von vielem mehr eingesetzt werden. Die Anwendungsfelder reichen von der mobilen Arzneimittelanalyse über die Lebensmittelprüfung bis zu Automobilbau und IoT. Die Besonderheit der Unispectral-Kameras ist ihre Größe: Sie können in übliche Smartphones integriert werden, der Sensor ist weniger als 1 Millimeter dick.


Yuan für deutsche Start-ups

Gleich mehrere chinesische Fonds wollen in deutsche Technologie- Start-ups investieren. Insgesamt stellt China inzwischen 338 Milliarden US-Dollar auf nationaler und regionaler Ebene für Venture-Investitionen innerhalb und außerhalb Chinas zur Verfügung. Allein 2015 waren mehr als 220 Milliarden US-Dollar hinzugekommen. Der deutsche High-Tech- Gründerfonds (HTGF) hat im vergangenen Herbst einen Kooperationsvertrag mit der chinesischen Investmentbank Donghai Securities geschlossen; Donghai hat sich aktuell am deutschen Medtech-Start-up Fiagon beteiligt. Die Investmentgesellschaft AGIC Capital finanziert neben Venture- auch Private-Equity-Investments in deutsche Unternehmen, zuletzt in Krauss Maffei. AGIC hat die erste Finanzierungsrunde noch nicht ganz abgeschlossen und möchte insgesamt 1 Milliarde US-Dollar einsammeln, die vornehmlich in Industrie-4.0-Unternehmen in Europa investiert werden sollen. Neben finanziellen Mitteln bieten die chinesischen Investoren Start-ups vor allem einen interessanten Marktzugang zu China und Ostasien und damit die Möglichkeit zu rasantem Wachstum. Für deutsche Unternehmen werden Investments in Tech- Start-ups angesichts der erweiterten Konkurrenz nicht einfacher – und wohl auch nicht günstiger.


100 gbps FÜR DAS IoT VON GE

Gemeinsam mit Cisco hat General Electric erstmals einen Versuchsaufbau mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Gigabit pro Sekunde (Gbps) zum Test von Internet-of-Things-Anwendungen durchgeführt. Der Test stellt eine Vorbereitung dar, um später in Echtzeit 400 Produktionsstätten fernsteuern und auf diese zugreifen zu können. Dabei ging es nicht nur um die Fernsteuerung, sondern auch um Kontrollsysteme und das Aufspüren von Ineffizienzen. Angesichts der Vielzahl der zu übertragenden Daten sind besonders schnelle Übertragungsraten notwendig, um beispielsweise Verzögerungen in der Bedienung oder Verbindungsabbrüche ausschließen zu können.


GLOBALER CDO-CLUB VON SAP

Neben dem bereits Ende 2011 gegründeten weltweiten CDOClub (cdoclub.com) mit inzwischen 1.500 Mitgliedern besonders aus dem angelsächsischen Raum bilden sich in Europa kleinere CDO-Kreise (siehe auch Seite 04). So hat auch SAP Frankreich unter Schirmherrschaft von Chakib Bouhdary, SAP Digital Transformation Officer, eine weltweite Runde zum CDO-Erfahrungsaustausch ins Leben gerufen. Bis zum Jahresende soll der Club, der sich Anfang April konstituierte, mindestens 500 Mitglieder haben.