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Audis neuer CDO, Digital-Club China, Onlinehandel von Versicherungen, Consultingmarkt

AUDI

VILLINGER IST NEUER CHIEF DIGITAL OFFICER

Die Audi AG hat einen neuen Digitalchef. Ab sofort ist Roland Villinger Chief Digital Officer bei dem Ingolstädter Autobauer. Villinger ist AudiVorstandschef Rupert Stadler direkt unterstellt. Als CDO soll er die Unternehmensstrategie leiten sowie bereichsübergreifend Digitalisierungsinitiativen steuern. Villinger war zuletzt Seniorpartner bei der Unternehmensberatung McKinsey. Seit 1998 arbeitete er an verschiedenen Standorten in Asien und war 2001 im Silicon Valley Accelerator des Beratungshauses. Zu McKinsey nach Deutschland kehrte er im Jahr 2014 zurück. Warum sich der Autobauer für einen Berater entschieden hat: Roland Villinger war 25 Jahre lang in aller Welt unterwegs und kennt Transformationsprozesse in unterschiedlichen Unternehmen“, wie Audi erklärte.


FINANZDIENSTLEISTER

START UP 

MASTERCARD SETZT AUF BERLINER FINTECH: Der US-Finanzdienstleister Mastercard plant eine Kooperation mit der Berliner Solarisbank. Das Fintech mit eigener Banklizenz hat sich darauf spezialisiert, Onlinehändlern einzelne Bankdienstleistungen zu verkaufen. Davon profitiert bislang beispielsweise die Gebrauchtwagenplattform Autoscout 24, die mit Hilfe der Solarisbank eigene Autokredite vergeben kann. Mastercard kann seinen Kunden so einfache eigene Kreditkarten und mobile Zahlungsmöglichkeiten anbieten. Das Berliner Fintech erhält durch die Zusammenarbeit mit Mastercard sowohl Zugang zu Millionen von Mastercard-Endkunden sowie zu der in 210 Ländern verfügbaren Infrastruktur des Konzerns.


VERSICHERER

Allianz baut auf Gebraucht- wagenhandel im Netz

DEUTSCHLANDS GRÖSSTER VERSICHERER FORCIERT DEN GEBRAUCHTWAGENHANDEL IM INTERNET. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtete, könnten Kunden Gebrauchtwagen bald online kaufen, eine Spedition liefert sie samt Wunschkennzeichen zugelassen und mit 14 Tagen Umtauschrecht vor die Tür. Für das neue Onlinemodell plant die Allianz eine Beteiligung an der neugegründeten Verkaufsplattform Instamotion Retail. Eine mögliche Erklärung für das Gebrauchtwagengeschäft der Allianz könnten Bestrebungen der Automobilindustrie sein, KfzVersicherungspolicen über ihre jeweiligen Autohäuser zu vertreiben. Als Reaktion darauf hatte auch schon der Versicherer HUK Coburg den Gebrauchtwagenmarkt fokussiert und ein Autohaus eröffnet.


CONSULTING

BOOM: Digitalisierung beschert hohe Umsätze

Während sich produzierende Unternehmen hierzulande fragen, wie sie durch die Digitale Transformation ihre Umsätze ankurbeln können, haben es die Beratungshäuser bereits geschafft: Sie verdienen kräftig. Beim Wirtschaftsprüfer PwC beispielsweise stiegen die Umsätze in der Beratungssparte im Zuge der Digitalen Transformation um 40 Prozent. Auf die Unternehmensberatung entfällt damit fast so viel Umsatz wie auf die Wirtschaftsprüfung. Ähnlich erfreuliche Entwicklungen berichtet die Capgemini-Gruppe vom deutschen Markt. Allein im Consulting möchte das Beratungshaus mehr als 300 neue Mitarbeiter einstellen. Allerdings stimmen nicht nur die Umsätze, Digitalthemen dienen auch der Positionierung im Wettbewerb. So bewerten deutsche Beratungshäuser die internationale Konkurrenz so stark wie seit langem nicht. Jeder Dritte der befragten deutschen Berater sieht BCG und McKinsey als wichtigsten Wettbewerber, wie das Marktforschungsinstitut Lünendonk in einer aktuellen Studie bekanntgab. Die Autoren begründen die Vormachtstellung nicht nur mit den Umsätzen der Schwergewichte, sondern mit ihrer Positionierung als Digitalisierungsexperten. Demnach nehmen deutsche Beratungshäuser vor allem jene Wettbewerber als kompetenter wahr, die Digitalisierungsthemen überzeugend kommunizieren.


BREXIT 

MERKEL FORDERT SCHNELLE ENTSCHEIDUNGEN BEI DIGITALTHEMEN

Bundeskanzlerin Angela Merkel bemängelt zu langsame Entscheidungen Europas in Digitalisierungsfragen. Mit Blick auf den EU-Ausstieg der Briten seien schnellere Beschlüsse nötig, wie die Kanzlerin während eines Unternehmertags in Berlin forderte. Merkel lobte Südkorea, das den Mobilfunkstandard 5G bereits ausrollt. Ihr Plan für Europa: „Um dem Beispiel zu folgen, brauchen wir schnell Übereinkommen über bestimmte Frequenzbereiche.“ Neben Europa dürfte das Interesse der Kanzlerin den Märkten der USA und Chinas gelten, die in Sachen Internet von großer Bedeutung sind. Das Ende der Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP sowie die Öffnung des US-Marktes für deutsche Infrastrukturanbieter liegen zwar in weiter Ferne. Mit China indes unterzeichnete die EU Ende September ein Abkommen für eine Zusammenarbeit beim 5G-Mobilfunk. Gemeinsame Forschung soll Unternehmen aus beiden Ländern zusammenführen und europäischen Konzernen den Zugang zum chinesischen Markt erleichtern.