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Baidus Tech-investment, Apples Abkehr vom Auto, GE, Goldmann Sachs

APPLE

WENIGER INTERESSE AM AUTOBAU

DER TECHNOLOGIEKONZERN APPLE ÄNDERT SEINE STRATEGIE BEIM AUTO-PROJEKT „TITAN“. Vormals ging es um den Bau eines elektrischen Autos, wodurch der milliardenschwere Akteur den Automarkt hätte aufmischen können. Derzeit soll Apple eine Plattform für autonom fahrende Autos forcieren. Publik gemacht hat diese Entwicklung die Agentur Bloomberg, die über Stellenstreichungen des Unternehmens berichtete. Demnach kürzte Apple Hunderte von Stellen des etwa Tausendköpfigen Titan-Teams. Das neue Plattform-Team soll trotz der Entlassungen weiterhin aus etwa 1.000 Mitarbeitern bestehen.


WATCH OUT:

ARTIFICIAL INTELLIGENCE INVESTMENT

Das Geschäft mit der künstlichen Intelligenz entwickelt sich rasant, wie das Wachstum der Investitionen in Start-ups aus dem Bereich Artificial Intelligence (AI) zeigt. Mit Blick auf das laufende Jahr haben Venture- Capital-Geber laut der Finanzplattform CB Insights allein in mehr als 200 AI-Unternehmen investiert. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die weltweiten Investitionen in Start-ups sogar verzehnfacht. Die US-Beratungsfirma Zinnov kommt zu dem Ergebnis, dass sich Unternehmen im Jahr 2011 mit insgesamt 94 Millionen US-Dollar an AI-Start-ups beteiligt haben, in diesem Jahr sind es bereits 1,049 Milliarden US-Dollar. Vor allem eine Handvoll Technologienunternehmen tut sich dabei hervor, wie die Finanzanalysten von CB Insights berichten. Neun der 31 wichtigsten Unternehmenszukäufe seit 2011 entfallen auf Google Deep Mind. Andere Größen der US-amerikanischen Technologiebranche wie Apple oder Intel sind mit jeweils drei Übernahmen regelrecht zurückhaltend. Viele Unternehmen fördern AI-Start-ups, um etwa Aufgaben im Kundenservice ganz oder teilweise von Chatbots übernehmen zu lassen.


CHINA

BAIDU INVESTIERT 3,2 MILLIARDEN US-DOLLAR

Im Oktober gab Baidu bekannt, einen 3,2 Milliarden US-Dollar schweren Investmentfonds aufgesetzt zu haben. „Baidu Capital“ wird ausschließlich in Technologieunternehmen des Internetsektors investieren und forciert die Entwicklung von „Online-to-Offline“-Unternehmen in China. Ende September brachte der chinesische Suchmaschinengigant bereits einen Venture-Capital-Fonds an den Markt. „Baidu Ventures“ fokussiert sich auf Early-Stage-Projekte in den Bereichen Artificial Intelligence (AI), Virtual Reality und Augmented Reality. Für den Suchmaschinenkonzern ist es höchste Zeit, die Zukunft des Werbegeschäfts auszuloten. Zum einen könnten die AI-Technologien den Technologiemarkt in der Post-Smartphone- Ära tiefgreifend verändern. Zum anderen muss Baidu auf dem Heimatmarkt aufholen. Derzeit zählt der Suchmaschinengigant neben Alibaba und Tencent zwar zu den Technologieriesen Chinas, hinkt bei Investitionen indes der Konkurrenz hinterher. Wie das Newsportal Net Ease berichtete, hat Tencent seit 2011 in 311 Projekte investiert, Alibaba in 171 und Baidu in 96 Projekte.


EUROPA

JEDER ZWEITE NUTZT MOBILE PAYMENT

Unternehmen, die auf die Zukunft des mobilen Zahlens setzen, sind in Europa richtig – dürften in Deutschland jedoch derzeit auf Granit beißen. Über die Hälfte der europäischen Konsumenten zahlt bereits mit Tablet oder Smartphone. Das geht aus einer aktuellen Befragung des Kreditkartenanbieters Visa hervor, der das Bezahlverhalten mit dem der Vorjahre vergleicht. Beachtlich ist der Unterschied zu 2015, damals nutzten lediglich 18 Prozent der Befragten Mobile-Payment-Lösungen, heute sind es 54 Prozent. In Europa ist mobiles Bezahlen am weitesten in der Türkei (91 Prozent) und in Dänemark (89 Prozent) verbreitet. Deutschland wird in der Studie nur am Rande erwähnt, da es nicht zu den Top Ten der 19 untersuchten Länder zählt.


BANKEN

WIRKLICH ALLE KOMMEN AUF DEN KUNDEN

Selbst Investmentbanken schreiben es sich nun auf die Fahnen: Der Kunde ist im Fokus. So hat die Investmentbank Goldman Sachs den Privatkunden für sich entdeckt. Bereits 2015 hatte die Bank einen Teil der Finanzsparte des US-Industriekonzerns General Electric (GE) übernommen. Nun gibt es die Onlinekreditplattform „Marcus“, benannt nach Gründungspartner Marcus Goldman, die gebührenfreie Darlehen von bis zu 30.000 US-Dollar mit festen Zinssätzen bei Laufzeiten von zwei bis sechs Jahren verspricht. Privatkunden können die Kredite nun online aufnehmen, für Menschen aus Europa sei die Onlineplattform jedoch bislang gesperrt, wie die Bank mitteilte.