Editorial

Fünf der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt sind Plattformen, die Bedürfnisse der Endkunden organisieren. Vielerorts heißt es, dass sich die Sprengkraft dieser Plattformen nahtlos in die B2B-Welt übertragen werde; dass die Unternehmen hierzulande deshalb aufwachen müssten, was sie aber noch lange nicht getan hätten. Inwiefern diese Prognosen zutreffen, wird sich zeigen. Während der Recherchearbeit zu dieser Ausgabe wurde zumindest eines deutlich: Die Entscheider hierzulande sind wach, und sie denken sehr genau darüber nach, welche Position ihr Unternehmen künftig in der Wertschöpfungskette einnehmen soll. So zeigt die Digitalchefin des Automotive-Zulieferers ZF Friedrichshafen: Wer seinen Fixstern erst einmal im Visier hat, kann mit Plattformmodellen den Weg dorthin ebnen (Seite 6). Oder der neue Digitalchef der Deutschen Bahn, auch er exekutiert seine Plattform-Vision sauber in die Organisation – und trifft dort auf eine Führungsmannschaft, die den Dialog über die Zukunft des Logistikkonzerns sucht (Seite 14). Ob Unternehmen hierzulande nun ohne weiteres Wertschöpfung über Netzwerkeffekte suchen und dazu die passenden Ökosysteme modellieren, ist sicherlich eine Diskussion wert. Dazu treffen sich zahlreiche Digitalverantwortliche in Stuttgart auf dem „CEDO-Summit“, um sich am 18. Oktober 2017 über „Dos and Dont’s“ für Plattformgeschäfte auszutauschen. Inwiefern es sich dabei um den Big Bang handelt, den Urknall, der die industrielle Wertschöpfung neu definiert, werden wir diskutieren. Doch wie auch immer die Debatte ausgeht: Seien Sie dabei, und bleiben Sie begeistert.

Eva Roßner
Verantwortliche Redakteurin