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Digitalchef von Trumpf, Industrial Data Space hat Erfolg, Ergo bündelt CV-Aktivitäten, Flixbus setzt auf Schienen, Familienunternehmen schwächeln

DIGITALE GESCHÄFTSMODELLE

FAMILIENUNTERNEHMEN SCHWÄCHELN BEI DER DIGITALISIERUNG

Während die Mehrheit der größten deutschen Familienunternehmen (rund 60 Prozent) die Bedeutung der Digitalisierung für das eigene Unternehmen als hoch oder sehr hoch einschätzt, sehen sich nicht einmal die Hälfte der Befragten (rund 41 Prozent) bei der Digitalisierung des Geschäftsmodells gut oder sehr gut aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt die Familienunternehmer- Umfrage 2017 der Deutschen Bank und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Für die Studie mit dem Schwerpunkt Digitalisierung befragte das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Mit 43 Prozent nannten die Unternehmen mangelndes Wissen der eigenen Mitarbeiter als häufigsten Grund für ihre schwache Position. Weitere kritische Punkte sind mangelnde oder unzureichende digitale Schnittstellen, beispielsweise für die Übertragung von Daten an Zulieferer (37 Prozent), Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit (36 Prozent) sowie der notwendige Wandel in der Unternehmenskultur (35 Prozent).


INDUSTRIE 4.0

5 MIO EURO BMBF-FÖRDERUNG „INDUSTRIAL DATA SPACE“ GEHT IN DIE ZWEITE RUNDE

Vor zwei Jahren schlossen sich zwölf Fraun- hofer-Institute zusammen, um eine intelligente Dateninfrastruktur für die Industrie 4.0 zu erar-beiten. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „Industrial Data Space“ hat Fraunhofer nun erstmals eine Architektur für einen siche-ren Datenraum geschaffen. Damit ist das erste Etappenziel erreicht, branchenübergreifende Anwendungsszenarien werden derzeit erprobt. Mit einer Förderung in Höhe von 5 Millionen Euro soll das Projekt jetzt in die zweite Runde gehen. Das Ziel: das Zusammenspiel von In-dustrial Data Space mit internationalen Archi-tekturansätze für die Industrie 4.0 ermögli-chen, beispielsweise solchen, wie sie derzeit vom Industrial Internet Consortium (USA) oder in Japans Industrial-Value-Chain-Initiative vorangetrieben werden.


MASCHINENBAU

Trumpf: Neuer Digitalchef

Der Werkzeugmaschinenbauer und Laserspezialist Trumpf hat einen neuen Digitalchef. Matthias Kammüller, Ehemann der Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller, verantwortet seit dem 1. Juli 2017 als Chief Digital Officer (CDO) die Digitalisierung des Unternehmens. Kammüller hatte vorher die ope-rative Führung des Werkzeuggeschäfts inne, die er an Heinz-Jürgen Prokopp übergeben hat. Kammüller kümmert sich nun vor allem um die Gestaltung der digitalen Geschäftsmodelle von Trumpf; außer-dem möchte er die Organisation selbst der Digitalen Transformation entsprechend weiterentwickeln. Aktuell dürften seine Vorhaben auf fruchtbaren Boden fallen und die Investitionen weiter ausgebaut wer-den. Immerhin erwirtschaftete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016/2017 ein Umsatzplus von fast 11 Prozent.


MOBILITÄTSPLATTFORM

FLIXBUS SETZT KÜNFTIG AUCH AUF SCHIENENVERKEHR

Die Fernbusplattform Flixbus setzt auf die Vernetzung von Straße und Schiene. Dazu kooperiert das Unternehmen mit dem insolven-ten Crowdfunding-Zug Locomore. Die Bahn- tickets werden ab sofort über die Onlineplattform von Flixbus vertrieben. Flixbus agiert über die Flixmobility GmbH, der Schienenverkehr wird in der Flixtrain GmbH gebündelt. Diese Aufstellung legt nahe, dass künftig noch weitere Schienen-verkehrsanbieter an die Plattform angedockt werden können. In Tschechien kooperiert Flixbus mit dem privaten Verkehrsunternehmen Leo Express, in Österreich mit Westbahn.


CORPORATE VENTURE

ERGO IST JETZT IN DER FACTORY

Ergo bündelt seine Corporate-Venture-Aktivitäten am Stand-ort Berlin. Innovations-projekte mit Start-ups treibt der Versiche-rungskonzern künftig gemeinsam mit dem Start-up-Campus „Factory Berlin“ und nicht mehr getrennt voneinander. Bislang waren die Aktivitäten auf ein Innovation-Lab und verschiedene Start-up-Kooperationen verteilt. „Wir wollen Trends und Chancen rascher erkennen“, ordnet Mark Klein, Digitalchef der Ergo- Gruppe, das Vorgehen ein. Hilfreich sei dazu ein zentraler Standort mit starken Partnern. In der Factory sind derzeit zahlreiche Corporates aktiv, so beispielsweise Boehringer Ingelheim, die Deutsche Bank, Schaeffler, Google und VW.