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Osram & Continental, Springer & Porsche, Here kauft zu, neuer Bahn- Digitalvorstand, M&A bei Industrie-4.0

DIGITALE GESCHÄFTSMODELLE

OSRAM UND CONTINENTAL GRÜNDEN JOINT VENTURE

Das Leuchtmittel-Unternehmen Osram und der Automobilzulieferer Continental gründen ein Joint Venture. Das Ziel: von den Wachstumsraten des Lichtmarkts im Automobilsegment profitieren. Das Joint Venture soll nach Angaben der Unternehmen „innovative Lichttechnologien mit Elektronik und Software kombinieren und intelligente Lichtlösungen für die Automobilindustrie entwickeln, produzieren und vermarkten“. Das global agierende Joint Venture soll unter dem Namen Osram Continental GmbH firmieren und 2018 an den Markt gehen. Continental und Osram werden zu jeweils 50 Prozent beteiligt sein. Mit rund 1.500 Mitarbeitern und weltweit 17 Standorten wird ein Jahresumsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro- Bereich angestrebt. Der Lichtmarkt innerhalb der Automobilindustrie befindet sich im technologischen Wandel. Durch zunehmend intelligente Lichtfunktionen im Auto sowie neue lichtbasierte Design- und Anwendungsmöglichkeiten gewinnen halbleiterbasierte Technologien, Software und Elektronik hier zunehmend an Bedeutung.


AUTOMOBILZULIEFERER

AXEL SPRINGER UND PORSCHE GRÜNDEN START-UP-ACCELERATOR

Axel Springer Digital Ventures und Porsche Digital bauen derzeit einen gemeinsamen Start-up-Accelerator auf. Die beiden Unternehmen haben Mitte November eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet, an dem beide jeweils zur Hälfte beteiligt sind. Ziel ist es, in Start-ups in der Gründungsphase zu investieren. Neben der finanziellen Unterstützung soll der Accelerator auch Zugang zu einem umfangreichen Netzwerk sowie Qualifizierungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten bieten. Der Accelerator soll im Frühjahr 2018 seinen Betrieb in Berlin aufnehmen und ist offen für weitere Partner.


AUTONOMES FAHREN

Here kauft Berliner Sicherheits-Start-up

HERE, EIN KARTENDIENST, DER EINEM KONSORTIUM FÜHRENDER DEUTSCHER AUTOKONZERNE GEHÖRT, WIRD DAS BERLINER START-UP ATS KAUFEN. ATS bietet eine Technologie für sichere Software-Updates für vernetzte und autonome Fahrzeuge. Wie beide Unternehmen Ende November mitteilten, wird Here so die Installation von Autosoftware über das Internet vorantreiben. Nach Angaben der Unternehmen seien mit Hilfe der Technologie von ATS sichere und kosteneffiziente Updates von Kartendaten, Software und Firmware möglich. Here wird die Technologie ins eigene Portfolio für die Automobilindustrie integrieren und weiterführen. In Zukunft könnte sie zudem sichere Kartenaktualisierungen und Software-Updates für Drohnen und andere vernetzte Geräte unterstützen. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2018 vollzogen sein. Es sei „eine strategische Investition von hoher Bedeutung“, wie Ralf Herrtwich erklärte, Automotive- Chef des Kartendienstleisters. Here wurde 2015 von Daimler, BMW und Audi übernommen, die damit verhindern wollten, in Abhängigkeit zu anderen Datenanbietern zu geraten.


DIGITALVORSTAND

DEUTSCHE BAHN: SABINA JESCHKE IST VORSTAND FÜR DIGITALISIERUNG UND TECHNIK

Mit Wirkung ab Mitte November wurde Sabina Jeschke in den Vorstand der Deutschen Bahn AG berufen. Die Wissenschaftlerin verantwortet dort den Bereich „Digitalisierung und Technik“. Jeschke ist promovierte Physikerin und kommt von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, an der sie über acht Jahren forschte und lehrte. An der Fakultät für Maschinenwesen war sie Direktorin des „Cybernetics Lab“, das sich mit dem Einsatz von Informatik und Digitalisierungstechnologien in den Ingenieurwissenschaften befasst. Zu ihren Schwerpunkten gehörten dort die Bereiche Verkehr und Mobilität, Internet der Dinge, Robotik und Automatisierungstechnik sowie Künstliche Intelligenz.


M&A

INDUSTRIE 4.0: DEUTSCHE UNTERNEHMEN ZURÜCKHALTEND BEI ZUKÄUFEN

Deutsche Unternehmen aus zukunftsträchtigen Branchen sind im Ausland heißbegehrt. Sie selbst zögern dagegen mit Übernahmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY, die den Transaktionsmarkt in den Industrie-4.0-relevanten Branchen zwischen 2014 und 2017 untersucht hat. So seien insgesamt 596 deutsche Firmen aus dem Maschinenbau, der IT und der Produktionstechnik ins Ausland verkauft worden. Jede siebte Transaktion in diesen Branchen weltweit habe damit ein Unternehmen aus Deutschland zum Ziel gehabt. Dem stünden 454 Zukäufe ausländischer Technologiefirmen durch deutsche Unternehmen gegenüber. Für kein anderes Land gebe es ein so großes Ungleichgewicht.