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AI aus Japan, Googles Innovationsmanagement, Marktplatz für Wissenschaftler, Uber verliert Toptalente

ARTIFICIAL INTELLIGENCE

JAPANISCHER MASCHINENBAUER KOOPERIERT MIT NVIDIA

DER JAPANISCHE ELEKTRO- UND MASCHINENBAUER FANUC ARBEITET NUN MIT DEM US-AMERIKANISCHEN CHIPEXPERTEN NIVIDIA ZUSAMMEN. Beide Partner werden künftig bei der Entwicklung von intelligenten Industrierobotern zusammenarbeiten. Dabei sollen die am Produktionsprozess beteiligten Roboter nicht nur in die Lage versetzt werden, selbständig aus ihren Erfahrungen zu lernen und sich dadurch eigenständig neue Fähigkeiten anzueignen. Sie sollen auch ihre eigene Software selbständig umschreiben können, um damit das durch „Artificial Intelligence“ erworbene neue Wissen zu konservieren und an andere Industrieroboter weiterzugeben. Die Zusammenarbeit zwischen Fanuc und Nvidia wurde zwar bereits Ende Oktober 2016 bekanntgegeben, erfährt aber neue Relevanz, da der KI-Anbieter Nvidia derzeit auch mit deutschen Autoherstellern kooperiert und an selbstfahrenden Autos arbeitet.


WATCH OUT:

FRAUGSTER

Betrugsfälle bei Geldtransaktionen sind ein ernstzunehmendes Problem. Der Gesamtschaden im Jahr 2015 soll bei rund 16 Milliarden US-Dollar liegen. Das deutsch-israelische Startup Fraugster nutzt künstliche Intelligenz zur Prävention, um Betrüger von normalen Kunden zu unterscheiden. Für die Anti- Fraud-Software hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin kürzlich 5 Millionen US-Dollar erhalten. Das Geld stammt vom Leadinvestor Earlybird sowie von Speedinvest, Seedcamp und einem Schweizer Family Office. Derzeit größter Kunde von Fraugster ist Visa, doch das könnte sich bald ändern. Derzeit setzen beispielsweise deutsche Automobilkonzerne gezielt auf Bezahllösungen für ihre Mietwagenplattformen. Daimler Financial Services hat beispielsweise kürzlich den Bezahldienst Pay- Cash Europe übernommen. Ziel sei es, eine einfache und sichere Abwicklung zu ermöglichen, so das Unternehmen. Fraugster spricht nicht über seine Kunden. Bislang nur so viel: Unternehmen in Europa, Israel, USA und Asien, E-Commerce-Plattformen und Payment-Dienste gehören zur Zielgruppe.


INNOVATIONSMANAGEMENT

GOOGLE VERABSCHIEDET SICH VON AUTOS UND DROHNEN

Der Internetriese Google hat sich von zwei Projekten verabschiedet. Nach Angaben von US-Medienberichten soll die Entwicklung des Google Car eingestellt werden. Stattdessen wolle man sich mit Autobauern zusammentun, um „herkömmliche“ Autos mit autonomen Fähigkeiten zu entwicklen. Ein möglicher autonomer Fahrdienst, als Gegenstück zu Uber, soll nach der Einstellung des Projekts vermutlich das langfristige Ziel von Google sein. Außerdem gab die Muttergesellschaft Alphabet kürzlich bekannt, die Entwicklung großer Drohnen zur Internetversorgung zu beenden. Das Projekt sei schon Anfang 2016 eingestellt worden, erklärte das Unternehmen dem Blog „9to5Google“ und dem Finanzdienst Bloomberg Mitte Januar. Alphabet verfolgt weiterhin das Ziel, eine Internetversorgung aus der Luft aufzubauen. Die „Loon“-Ballons der Firma seien dafür besser geeignet als Drohnen.


GIG-ECONOMY

1.500 EXPERTEN
WIE UBER: MARKTPLATZ, ABER FÜR DATENWISSENSCHAFTLER

Das Londoner Start-up Pivigo adaptiert das Uber-Konzept, nur vermittelt es keine Taxis, sondern Datenwissenschaftler. Vor allem kleinere und mittelgroße Unternehmen sollen von dem Marktplatz profitieren. Wer sich keine aufwendige interne Abteilung mit Datenwissenschaftlern leisten kann, wendet sich an das vier Jahre alte Start-up. Unter seinem Schirm finden sich mittlerweile rund 1.500 Wissenschaftler, nach eigenen Angaben verfügt Pivigo so über die größte Community an Datenwissenschaftlern weltweit. Wie für einen Marktplatz üblich, spricht Pivigo zwei Zielgruppen an: auf der einen Seite Datenwissenschaftler und Universitäten, auf der anderen Seite kommerzielle und nichtkommerzielle Organisationen. Dazu zählen bislang KPMG, Barclays und M&S und Start-ups wie Stratified Medical, Ravelin und Digital Shadows. Derzeit fokussiert die Plattform vor allem Unternehmen mit 500 bis 1.000 Mitarbeitern. „Diese Firmen haben in der Regel keine Kompetenzen in der Datenanalyse und verfügen nicht über große Budgets wie KPMG oder Accenture, um teure Projekt umzusetzen“, wie die Gründerin Kim Nilsson der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem Interview erklärte. Pivigos neuer Onlinemarktplatz ist eines der jüngsten Beispiele für das Wachstum der Gig-Economy. Über Plattformen vermittelte Freelancer durchdringen zunehmend Dienstleistungsbereiche wie Rechts- und Managementberatungen, in diesem Fall die wissenschaftliche Beratung.


WAR FOR TALENTS

UBER VERLIERT TOPTALENTE FÜR AUTONOMES FAHREN

Die Innovationsschmiede für selbstfahrende Autos bei Uber kühlt ab, wie der Techblog „Recode“ kürzlich bekanntgab. Demnach habe die sogenannte Advanced Technology Group, wie der Bereich für die Entwicklung autonomer Fahrlösungen innerhalb des Unternehmens heißt, mehrere Topingenieure verloren. Uber selbst bestätigte die Berichte nicht. Der vermutete Personalabgang ist laut „Recode“ deshalb interessant, weil er auf die Übernahme der Lastwagenunternehmens Otto im August 2016 folgt. Das Unternehmen, das von ehemaligen Google-Mitarbeitern gegründet wurde, entwickelt Technologielösungen für selbstfahrende Lkws und wurde vergangenes Jahr von Uber gekauft. Uber verlor in den darauffolgenden Monaten bereits mehrere Entwickler und hat derzeit noch mit einem weiteren Verlust zu kämpfen: Zum Jahresende offenbarte der Fahrdienst tiefrote Zahlen. Das Minus habe sich auf mehr als 800 Millionen US-Dollar summiert, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg, das „Wall Street Journal“ und der Techblog „The Information“ berichteten. Insgesamt seien 2016 Verluste von rund 2 Milliarden US-Dollar angefallen.