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Daimler & Uber, Smart Factory von Wilo, VC in Deutschland, Schaeffler in Berlin, Evoniks neuer CDO

AUTONOMES FAHREN

DAIMLER KOOPERIERT MIT UBER

Nach Volvo kooperiert nun auch Daimler mit dem Uber-Netzwerk. Dabei geht es, wie beim Volvo XC90, darum, selbstfahrende Autos in die Uber-Technologie einzubinden. Anders als Volvo wird Daimler seine Fahrzeuge aber selbst besitzen und betreiben. Uber will eine „offene Plattform selbstfahrender Automobile“ anbieten, die von unterschiedlichsten OEMs genutzt werden kann. Tesla plant eine ähnliche Plattform für Tesla-Autobesitzer; Uber wendet sich zuerst an Fahrzeughersteller unterschiedlichster Marken. Ford, GM und andere OEMs arbeiten ebenso an eigenen Netzwerken oder Plattformen. Daimler wird allerdings frühestens im Jahr 2020 selbstfahrende Autos anbieten können.

EXPERTEN-EINSCHÄTZUNG ZUM DAIMLER/UBER-DEAL

VON THOMAS BRANDT, PA CONSULTING

Daimler ist mutig – schließlich geht das Unternehmen eine Partnerschaft mit einem Konkurrenten in der Entwicklung autonomen Fahrens ein. Doch das braucht es, denn die Schwaben sichern sich so eine prominente Vermarktungschance für künftige autonome Fahrzeuge. Dennoch gibt es natürlich auch zahlreiche offene Fragen: Wird Uber versuchen, den Mehrwert für Daimler möglichst gering zu halten, um die eigenen Technologieentwicklungen oder Kooperationen mit anderen OEMs wie Volvo nicht zu gefährden? Und wie groß wird der Vorteil von Daimler noch sein, sollten mehr OEMs auf die Uber-Plattform springen – oder hat sich Daimler Exklusivität im Premiumsegment zusichern lassen? Wie wertstiftend die Kooperation letztlich für beide Partner ausfällt, werden wir erst dann wissen, wenn die Unterschiede der autonomen Fahrzeugtechnologien bekanntwerden.


INDUSTRIE 4.0

WILO LEGT GRUNDSTEIN FÜR SMART FACTORY

Der Pumpenspezialist Wilo hat Mit te Februar den Grundstein für eine Smart Factory in Dortmund gelegt . Schon Ende 2014 waren dafür die Planungen gestartet worden, Ende 2018 soll die Fabrik den Betrieb aufnehmen. Ende 2020 soll dann der gesamte Neubau-Campus fertiggestellt sein. Wilo hat sich von Porsche Consulting beraten lassen. Die besondere Herausforderung für den Maschinenbauer besteht darin, dass der Umzug während der laufenden Produktion stattfinden wird.


VENTURE CAPITAL

2,2 MILLIARDEN EURO VENTURE CAPITAL WURDEN 2016 IN DEUTSCHE START-UPS INVESTIERT

Das ist 1 Milliarde Euro weniger als noch im Vorjahr, meldet das aktuelle „Start-up Barometer Deutschland“ von EY. Allerdings nahm die Zahl der Finanzierungen deutlich zu. 455 Start-ups (2015: 383) erhielten Risikokapital. Weiter mit großem Abstand flossen die meisten Finanzierungen Berliner Jungunternehmen zu – rund die Hälfte des deutschlandweiten Gesamtvolumens. Doch Bayern und Nordrhein-Westfalen konnten mit 527 (plus 87 Prozent ggüber 2015) bzw. 141 Millionen Euro (+57 Prozent) aufholen. Europaweit musste Berlin seinen Spitzenplatz vom Vorjahr räumen: Start-ups aus London (2,2 Milliarden Euro), Paris (1,3 Milliarden Euro) und dank Spotify-Deal auch Stockholm (1,2 Milliarden Euro) erhielten 2016 mehr Geld als deutsche Hauptstadt-Start-ups.


CORPORATE VENTURE

EVONIK FÜHRT DIGITALCHEF UND DIGITALTOCHTER EIN

Henrik Hahn ist neuer Chief Digital Officer (CDO) des Spezialchemiekonzerns Evonik. In der neu geschaffenen Funktion soll er die Digitalisierungsaktivitäten für den Konzern koordinieren. Hahn ist zudem Vorsitzender der Geschäftsführung der Evonik Digital GmbH, einer neu gegründeten Tochtergesellschaft, die aus rund 20 Experten des Evonik-Konzerns besteht. Unter diesem Dach sollen neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt und Kompetenzen aufgebaut werden. Für die Digitalisierungsstrategie konzentriert sich der neue Evonik-CDO auf fünf Bausteine: nachhaltige digitale Kundenerlebnisse schaffen, Geschwindigkeit und Agilität ausbauen, Zugriff auf externe Fähigkeiten wie Start-ups forcieren, relevantes Fachwissen und neue Methoden entwickeln und forcieren sowie eine digitale Kultur im Konzern aufbauen. „Wir halten die Verbindung von Kognitionswissenschaften und Informationstechnologie für einen vielversprechenden Ansatz“, erklärte Hahn.


INNOVATIONSMANAGEMENT

SCHAEFFLER NUTZT FACTORY BERLIN

In Zusammenarbeit mit dem Start-up-Campus „Factory Berlin“ hat der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler einen Innovation-Hub ins Leben gerufen. Dieser soll Schaeffler helfen, eine passende Umgebung und passende Ressourcen für die eigenen Digitalisierungs- und Innovationsinitiativen zu haben. Factory Berlin ist eine Plattform, die Unternehmen – auch aus dem Mittelstand – bei der Digitalen Transformation ihrer Geschäftsmodelle unterstützt und vielen Start-ups Raum bietet. Am Campus von Factory Berlin, der 16.000 Quadratmeter Bürofläche umfasst, sind unter anderem Soundcloud und Uber angesiedelt.