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M2M-Kommunikation und OPC UA, GE investiert in Deutschland, SAP und Kuka kooperieren, Industrie treibt Datensharing

M2M-KOMMUNIK ATION

EINHEITLICHER STANDARD FÜR SCHNITTSTELLEN

Zur Hannover Messe 2017 hat der Maschinenbauverband VDMA entschieden, den Schnittstellenstandard OPC UA zu favorisieren, wie der Blog „industrialinternet. de“ berichtet. OPC UA steht für „Open Platform Communications Unified Architecture“, einen offenen Standard, der einheitliche Schnittstellen in der Produktion und so die Mechanismen der Zusammenarbeit im industriellen Umfeld definiert. Dabei handelt es sich nicht um ein reines Kommunikationsprotokoll, sondern um eine umfassende Architektur für den Datenaustausch. Der springende Punkt ist jedoch nicht die technische Komponente, sondern die Entscheidung des VDMA selbst. Während bislang unterschiedliche Standards wie die Konkurrenz- Entwicklung MTConnect den Datenaustausch ermöglichen, treibt eine Entscheidung für einen bestimmten Standard die Digitalisierung der Produktion. Der herstellerunabhängige Austausch von Daten ist die wohl wichtigste Grundlage für die erfolgreiche Einführung von Industrie 4.0. Bislang waren viele Unternehmen zurückhaltend, wussten sie doch nicht, welches Modell sich durchsetzen wird. Das Commitment auf den Standard OPC dürfte der abwartenden Haltung vieler Unternehmen nun entgegenwirken.


ADDITIVE FERTIGUNG

115 MILLIONEN EURO: GE INVESTIERT IN DEUTSCHLAND

Der US-amerikanische Mischkonzern General Electric (GE) setzt im Bereich der additiven Fertigung auf den Standort Deutschland. Mit einer Gesamtinvestition von rund 115 Millionen Euro entstehen ein neuer zusätzl icher Standort für Concept- Laser in Lichtenfels und ein neues Customer-Experience-Center für additive Fertigung in Garching bei München. Deutschland wird für den Konzern so zu einem globalen Zentrum für additive Fertigung.


I IOT

SAP und Kuka kooperieren

Das Softwarehaus SAP und der augsburgische Roboterhersteller Kuka arbeiten künftig als Strategische Partner zusammen, um die Flexibilisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen voranzutreiben. „Wir setzen auf eine Doppelstrategie“, erklärte Kuka-Digitalchef Christian Schlögel im Rahmen der Hannover Messe. Man wolle Kuka-Roboter-Applikationen auf Basis der SAP-Leonardo-IoT-Plattform bereitstellen. Die Kuka-Roboter sollen hierfür in die SAP-Cloud-Plattform integriert werden, um die bereitgestellten Informationen im Rahmen von Condition-Monitoring- und Predictive-Maintenance-Szenarien auszuwerten. Gleichzeitig werde die Connyun-Industrie-4.0-Plattform des gleichnamigen Corporate-Start-ups um Technologiekomponenten und Businessapplikationen von SAP ergänzt, wie Schlögel erklärte. Die auf der Hannover Messe vorgestellte Integration von Kuka- Robotern in den sogenannten Digital Manufacturing-Showcase von SAP wird durch übergreifende Standardprotokolle möglich, wie zum Beispiel den OPC UA.


MASCHINENBAU

HOHE KOSTEN UND FEHLENDES PERSONAL HEMMEN DIGITALISIERUNG

Maschinenbauunternehmen haben derzeit vor allem mit hohen Kosten und einem leergefegten Arbeitsmarkt zu kämpfen. Für 66 Prozent der Betriebe sind hohe Investitionen und für 61 Prozent der Fachkräftemangel die größten Hindernisse für die Einführung von Industrie 4.0, wie die aktuelle Umfrage des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young zeigt, für die jährlich 700 Unternehmen der Fertigungsindustrie in Deutschland befragt werden. „Maschinen ‚Made in Germany‘ haben international einen guten Ruf“, sagt EY-Partner Stefan Bley. Sie seien im Premiumbereich anzusiedeln und entsprechend teuer im Vergleich zur Konkurrenz beispielsweise aus China. Der hohe Preis lasse sich aber künftig nur dann weiter am Markt durchsetzen, wenn die Unternehmen innovativ seien und technologisch vorangingen. Umso gefährlicher sei es, wenn manche Maschinenbauer nötige Investitionen in die Digitalisierung verpassten, weil ihnen das Geld oder das Personal fehle. „Viel hängt jetzt an der Fähigkeit der Unternehmen, Fachkräfte aus anderen Bereichen anzuziehen“, wie Bley rät.


INDUSTRIE 4.0

DEUTSCHE INDUSTRIE TREIBT DATENAUSTAUSCH

Immer mehr deutsche Unternehmen sehen im Austausch von Daten einen essentiellen Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Schon jetzt betreiben 74 Prozent aller mittleren und großen Unternehmen „Daten- Sharing“ über die eigenen Firmengrenzen hinweg, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Unternehmensberatung PwC zeigt. Dabei ist das Phänomen unter Mittelständlern (72 Prozent) bereits ähnlich weit verbreitet wie unter Großkonzernen (83 Prozent). Am häufigsten werden die Geschäftsdaten dabei mit Kunden (62 Prozent) und Lieferanten (39 Prozent) geteilt. Drei von vier Unternehmen gehen davon aus, dass die Notwendigkeit, Geschäftspartnern eigene Daten zur Verfügung zu stellen, in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird.