Nachrichten national

Conti & Baidu, Bosch investiert in Dresden, ZF & Hella, BMW, Intel & Conti, EY-Start-up-Academy

AUTONOMES FAHREN

CONTINENTAL KOOPERIERT MIT BAIDU

Das deutsche Unternehmen Continental, einer der größten Automobilzulieferer der Welt, arbeitet künftig mit dem chinesischen Suchmachinengiganten Baidu zusammen. Wie Continental mitteilte, soll die strategische Kooperation in den Bereichen automatisiertes Fahren, vernetzte Fahrzeuge und intelligente Mobilitätsdienste den Technologieaustausch vorantreiben. Im Rahmen der Vereinbarung werden sich Continental und Baidu gemeinsam Bereichen widmen wie Sensorik und Software für Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren, Anwendungen für die Apollo-Plattform von Baidu, außerdem den Themen Künstliche Intelligenz, Cyber-Security und vernetzte Autos. Erste Straßenversuche zur Datenerfassung und -analyse für das automatisierte Fahren wurden bereits angekündigt. „Die Zusammenarbeit mit Continental hat zum Ziel, intelligente Systeme in der Automobilindustrie voranzubringen und ein neues Ökosystem für intelligente Mobilität und automatisiertes Fahren zu schaffen, das sowohl der bestehenden Industrie zugutekommt als auch den Weg für neue Industrien ebnet“, betonte Qi Lu, Group President und COO von Baidu.


INTERNET DER DINGE

1 MILLIARDE EURO: BOSCH INVESTIERT IN CHIP-WERK

Der Automobilzulieferer Bosch wird eine Milliarde Euro in ein neues Chip-Werk in Dresden investieren. Wie die „Sächsische Zeitung“ mitteilte, soll dort Elektronik für Sensoren hergestellt werden, die bei autonom fahrenden Autos sowie im Internet der Dinge zum Einsatz kommen. Nach Informationen der Deutschen Presse- Agentur (dpa) handele es sich dabei um die größte Investition der Firmengeschichte. Etwa 700 Arbeitsplätze sollen in dem Halbleiterwerk entstehen, der Produktionsstart ist für 2021 geplant. Die Nachricht passe ins „aktuelle Gesamtbild einer neu am Standort entstehenden Dynamik“, teilte Heinz Martin Esser, Präsident des Branchenverbandes Silicon Saxony, der dpa mit. Einzelheiten zu dem Projekt wollen das Bundeswirtschaftsministerium und der Konzern noch bekanntgeben. Angeblich sollen hohe Fördermittel gef lossen sein. In den vergangenen Monaten hatten bereits das globale Halbleiterfertigungsunternehmen Globalfoundries und der deutsche Halbleiterhersteller Infineon Investitionen teils im Milliardenbereich angekündigt, beide produzieren ebenfalls in Dresden Mikrochips.


SENSORIK

Tech-Aufholjagd: ZF kooperiert mit Hella

DER AUTOZULIEFERER ZF FRIEDRICHSHAFEN HOLT AUF IM TECHNOLOGIEWETTBEWERB MIT DEN BRANCHENFÜHRERN BOSCH UND CONTINENTAL. Das Stiftungsunternehmen kooperiert künftig mit dem Lippstadter Automobilzulieferer Hella. Die beiden Unternehmen arbeiten im Bereich der Sensortechnologie zusammen – insbesondere bei Frontkamerasystemen, Bilderkennung und Radarsystemen. Die Form der Zusammenarbeit ist neu: keine Kapitalbeteiligungen, keine Joint-Venture-Struktur. „Wir sind so schneller. Auch im Silicon Valley funktionieren moderne Innovationen so“, begründete ZFChef Stefan Sommer den Ansatz. Die Kooperation sei bewusst nicht exklusiv gehalten; wenn ZF alles allein regeln würde, sei das Unternehmen langsamer, wie Sommer betonte. Ein erstes gemeinsames Entwicklungsprojekt in der Kameratechnologie soll schon im Jahr 2020 auf den Markt kommen. ZF ist es ernst mit der Technologieführerschaft, seit Jahresbeginn kooperiert der drittgrößte Autozulieferer mit dem Spezialisten für Künstliche Intelligenz Nvidia, um sozusagen „das Gehirn“ für das selbstfahrende Auto zu bauen.


AUTONOMES FAHREN

KOOPERATION VON CONTINENTAL, BMW UND INTEL

Der Automobilzulieferer Continental wird Entwicklungspartner beim Technologie-Bündnis von BMW. Die Hannoveraner sollen die Kooperation zwischen dem Autobauer, dem Chiphersteller Intel sowie dem Kameraspezialisten Mobileye als sogenannter Systemintegrator unterstützen. BMW, Intel und Mobileye hatten bereits im vergangenen Jahr eine Partnerschaft begonnen, um eine technologische Plattform für hoch- und vollautomatisiertes Fahren zu entwickeln. Diese soll auch anderen Autoherstellern zur Verfügung gestellt werden. BMW kooperiert bereits mit dem US-Autozulieferer Delphi. „Wir wollen sicheres autonomes Fahren bis 2021 zur Serienreife bringen und diese Technologie aktiv gestalten“, sagte Klaus Fröhlich. Mit jedem weiteren direkten Zulieferer komme man dem Ziel näher, wie der BMW-Entwicklungschef erklärte.


CORPORATE VENTURE

EY, DEUTSCHE BÖRSE UND TECH QUARTIER: GRÜNDERGEIST FÖRDERN

Der Wirtschaftsprüfer EY, die Deutsche Börse und das Frankfurter Gründerzentrum Tech Quartier starten einen bundesweiten Start-up-Wettbewerb. Die „EY-Start-up-Academy“ soll den Gründergeist in Deutschland fördern, außerdem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern. Im Rahmen des 12-wöchigen Programms können ausgewählte Startups ihr Geschäftsmodell von EY-Experten hinterfragen lassen. Das Tech Quartier unterstützt die EY-Start-up Academy durch die Bereitstellung von zwei kostenlosen Arbeitsplätzen in seinen Räumlichkeiten für den Zeitraum der Veranstaltungen. Die Deutsche Börse bringt darüber hinaus ihre Kompetenzen im Themenbereich Börsengänge (IPO) und aus dem Deutsche Börse Venture Network mit ein. Abgerundet wird die EYStart- up Academy mit einem Preis für das beste Start-up.