NEWS - international

Softbank kauft Boston Dynamics, Alibaba will Europa, Blockchain- Start-up Stratumn, KI, Tesla

ROBOTICS

JAPANISCHER KONZERN KAUFT BOSTON DYNAMICS

ALPHABET HAT DEN ROBOTERENTWICKLER BOSTON DYNAMICS AN SOFTBANK VERKAUFT. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, Medienberichten zufolge soll die Google-Mutter dafür aber mehr als 100 Millionen US-Dollar aufgerufen haben. Eines der Boston-Dynamics-Modelle kann auf Schnee im Wald laufen, Türen öffnen und von allein wieder aufstehen, nachdem es von einem Menschen umgestoßen wurde. Damit haben sich die Japaner einen interessanten wie auch zweifelhaften Akteur an Bord geholt. Zum einen weil Boston Dynamics auch Roboter im Auftrag des US-Militärs entwickelte, zum anderen weil Google in den kommenden Jahren kein marktfähiges Produkt erwartet. Softbank ist dennoch optimistisch: „Kluge Roboter werden der Schlüssel für die nächste Stufe der Informationsrevolution sein“, erklärte Masayoshi Son, CEO des japanischen Technologiekonzerns. Softbank hat Alphabet zudem die auf laufende Roboter fokussierte Firma Shaft abgekauft. Zudem gehört dem Technologiekonzern bereits die Entwicklerfirma des humanoiden Roboters Pepper. Masayoshi Son investiert derzeit auffällig stark in Zukunftstechnologien, er übernahm unter anderem den Chipdesigner ARM, dessen Technologie in fast allen Smartphones steckt. Zudem hat der Softbank-CEO gemeinsam mit Partnern wie Apple einen rund 100 Milliarden US-Dollar schweren Fonds für Investitionen in neue Technologie aufgesetzt.


WATCH OUT:

STRATUMN

Das Blockchain-Start-up Stratumn vereinfacht Industrieunternehmen den Zugang zur Blockchain-Technologie. Mit seinem Platform-as-a-Service( PaaS)-Angebot ermöglicht das Unternehmen ein flexibles Pricing für einzelne Entwickler oder ganze Großunternehmen, die Bitcoinund Blockchain-Lösungen in ihr Unternehmen integrieren wollen. Das Start-up hat sogar einen eigenen Standard entwickelt. Chainscript dient der Aufzeichnung von Daten und Workflows, via Blockchain erzeugt er digitale Fingerabdrücke. Über eigene API-Schnittstellen und eine Vielzahl von Tools sind unwiderlegbare Beweise für die Existenz von Dokumenten, die Absicherung von Geschäftsprozessen sowie die Ausgabe von digitalen Wertgegenständen möglich. Wie das Blockchain-Portal „BTC-Echo“ berichtet, konnte Stratumn in einer kürzlich abgeschlossenen Finanzierungsrunde 7 Millionen Euro einfahren – eine beachtliche Finanzspritze, im Vorjahr waren es noch 600.000 Euro.


MARKTPLÄTZE

CHINESISCHER INTERNETKONZERN FOKUSSIERT EUROPA

Der E-Commerce-Riese Alibaba drängt auf den europäischen Markt. In den vergangenen 18 Monaten hat der Internetgigant Europa mit unterschiedlichen Angeboten in England, Italien, Frankreich, Deutschland sowie mit einem in Bulgarien geplanten Logistikzentrum ins Visier genommen. In Deutschland geht es dem Konzern erst einmal um Markenaufbau, insgesamt möchte Alibaba aber die Schnittstelle europäischer Unternehmen zum chinesischen Markt werden. Alibaba empfiehlt für den Marktzugang Agenturen vor Ort, sogenannte Tmall-Partner, die sich auf die Unterstützung ausländischer Firmen auf dem chinesischen Markt spezialisiert haben. „Diese Agenturen übernehmen den Kundendienst in China, sind in den viel genutzten Chats mit Konsumenten für Fragen erreichbar und stimmen die Präsentation der Waren auf unseren Plattformen auf die Gewohnheiten der chinesischen Konsumenten ab“, erklärte Alibaba-Europachef Terry von Bibra. Ohne solche auf Kundendienst und Marketing spezialisierten Agenturen zu arbeiten sei für ausländische Marken in China quasi undenkbar. Aktuell weitet auch der US-Handelsriese Amazon sein Geschäft in Europa aus: In Deutschland treibt er den Handel mit Fahrzeugen voran (siehe Nachrichten).


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

US-TECHNOLOGIEKONZERNE SETZEN MEILENSTEINE

Die großen Internetgiganten Google, Facebook, Microsoft und Initiativen von Tesla-Chef Elon Musk treiben die Technologiesprünge von Künstlicher Intelligenz (KI) in ungeahnte Höhen. So hat Facebook Bots programmiert, die lügen können. Bei einem Versuch haben Facebook-Forscher zwei Chatbots darauf trainiert, per Konversation einen Handel abzuschließen. Ziel des Experiments war es, dass die Chatbots lernen zu verhandeln, um einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss zu finden. In einigen Fällen begannen die Bots zu lügen, in dem sie Interesse für Objekte bekundeten, die sie eigentlich gar nicht haben wollten. Im Laufe der Verhandlungen verzichteten sie dann wieder auf diese Objekte und täuschten so Kompromissbereitschaft vor. Auf KI und Kooperation setzt der Technologieriese Microsoft. Er hat eine KI entwickelt, die in Gruppen arbeitet, um komplexe Probleme zu lösen. So gelang es der KI, die maximal mögliche Punktzahl beim Spiel „Pac Man“ zu erreichen. Die Entwickler des kanadischen Deep-Learing-Start-ups Maluuba, das von Microsoft übernommen wurde, beauftragten zahlreiche einzelne Agents damit, bestimmte Teilaufgaben des Spiels möglichst perfekt zu meistern. Rund 150 Agents wirkten anschließend zusammen und koordinierten ihre einzelnen Lösungen für die jeweils aktuelle Situation im Spiel. Eine andere Richtung hat die Initiative von Elon Musk eingeschlagen. Open AI hat gemeinsam mit Googles Deepmind-Team einen Algorithmus entwickelt, der falsches oder potentiell gefährliches Verhalten von KI verhindern soll. Dabei soll der Aufwand menschlicher Intelligenz so gering wie möglich sein.


AUTOINDUSTRIE

381 US-DOLLAR: TESLA IST WERTVOLLER ALS BMW

Mit Blick auf die Marktkapitalisierung ist das US-Technologieunternehmen Tesla derzeit wertvoller als der Automobilkonzern BMW. Den Warnungen verschiedener US-Banken vor zu hohen Erwartungen an Teslas Model 3 zum Trotz kletterte die Aktie von Tesla auf das Rekordhoch von 381 US-Dollar. Der Börsenwert des Unternehmens liegt damit über der Marke von 65 Milliarden US-Dollar. So hat Tesla nicht nur den US-Konkurrenten Ford und General Motors überholt, sondern auch den deutschen Konkurrenten BMW. Der Münchner Autobauer wird an der Börse mit umgerechnet rund 58 Milliarden US-Dollar bewertet. Elon Musk ist mit Tesla zudem CEO eines Fortune- 500-Unternehmens. Tesla rangiert derzeit auf Platz 383 auf der Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Sie wird jährlich vom USamerikanischen Wirtschafts- magazin „Fortune“ veröffentlicht.