Buzzword-o-Rama

Mitreden können bei: Deep-Tech
Wer zwischen Start-up-Unternehmer und Digital Consultant gerät, hat mit einigen Buzzwords zu kämpfen. Um gewandt mitzureden, klärt CEDO über die wichtigsten Hypes auf.

WER REDET DARÜBER?

Venture-Capital-Investoren, Technologie- Start-ups. Hasso Plattner.

WAS MUSS ICH DARÜBER WISSEN? 

Momentan gibt es kaum noch ein Start-up, das keine technologischen Bezüge hätte. Doch während viele Unternehmen Technologie nutzen, die ähnlich schon woanders entwickelt oder zum Einsatz gekommen ist, haben Deep-Tech-Unternehmen proprietäre, schwer zu kopierende Technologie selbst entwickelt. Viele Start-ups nutzen für ihr Geschäftsmodell APIs (siehe CEDO #7/2016), kombinieren diese eventuell auch ganz neu, verfügen aber nicht über weitreichendes eigenes technologisches Know-how. Deep-Tech- Start-ups wiederum entwickeln in ihrem eigenen Unternehmen eine ganz eigene Technologie-Innovation aufgrund ihres tiefen technologischen Sachverstands. Die Neuerungen finden sich in den verschiedensten Technologiebereichen: von Überschallfliegern über vollautomatische Ernteroboter bis hin zu Ultraschalldiagnosen.

NUR HYPE ODER AUCH SUBSTANZ? 

Derzeit interessieren sich vermehrt Risikokapitalinvestoren für Deep-Techs. Dabei sind Unternehmen, die neue Technologien entwickeln, nichts Neues. Doch in den vergangenen Jahrzehnten waren es aufgrund der sehr großen benötigten Budgets vor allem etablierte Großunternehmen oder staatlich finanzierte Forschungseinrichtungen, die diesen Weg gehen konnten. Dank Neuerungen wie 3-D-Druck und günstiger Rechenleistungen können sich auch mit relativ geringen Venture-Capital-Beiträgen finanzierte Start-ups an der Entwicklung beteiligen. Die Bewertung zum Beispiel für ein Venture-Capital- Haus, wie zukunftsfähig ein Deep-Tech-Start-up ist, ist sehr schwierig, weil extremes Technologie- Know-how erforderlich ist. Wie gut den Investoren die Due Diligence gelingt, wird man erst in wenigen Jahren wirklich beurteilen können. Und damit auch erst dann wissen, wie substantiell der Trend ist.

WAS KOMMT DANACH?

Ein Kriterium von Deep-Techs ist ihre eigene Technologieforschung und -entwicklung. Allerdings werden Kooperationen über Unternehmensgrenzen hinweg immer wichtiger – so dass eine proprietäre Technologieentwicklung hohe Kosten und damit Wettbewerbsnachteile haben kann.


UND WAS SAG ICH NUN BEIM SMALL TALK DAZU?

„In Deep-Tech sind wir Deutschen ja führend – dem Martin Herrenknecht macht so leicht keiner was vor.“

„Also Trump sagt, dass es deshalb so viele Deep Throats im Weißen Haus gibt, weil Obamas Deep State fiese Deep Techs zum Abhören installiert hat. So sad: Hatte gedacht, Obama hätte aus dem NSA-Skandal gelernt.“

„Hey, DJ, spiel doch mal endlich Deep Tech! Immer nur House, das ist doch total Eighties!“

„Meine Technologie, deine Technologie, papperlapapp. Ich – und meine chinesischen Gesellschafter – glauben sehr an die Share Economy. Warum sollte Hightech nur wenigen gehören?“

„War ja lange selbst ein Deep-Techie. Aber die alten Röhrenglotze hab ich endlich rausgeworfen, der Flatscreen macht ein so viel besseres Bild.“