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Blockchain-Hype, T-Systems, Körber, Bertelsmann, BMW

STRATEGIE

TELEKOM-GESCHÄFTSKUNDENSPARTE BÜNDELT DIGITALBEREICHE

T-Systems, die Großkundensparte der Telekom, schafft eine neue Geschäftseinheit für digitale Lösungen für Großkunden in Deutschland. Dafür werden die Management- und Technologieberatung Detecon Consulting, der Digitaldienstleister T-Systems Multimedia Solutions und die digital ausgerichteten Bereiche von T-Systems Global Systems Integration zusammengeschlossen. Nach Unternehmensangaben haben die 4.800 Mitarbeiter der drei Bereiche im vergangenen Jahr insgesamt über 4.000 Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Die Neuaufstellung ist Teil der Portfoliostrategie des Unternehmens, die der neue CEO Adel Al-Saleh auf der Hannover Messe vorgestellt hat. Durch sie sollen laut T-Systems für jede Kundensituation flexible und agile Teams zugeschnitten werden, die interdisziplinär zusammenarbeiten. Dabei könne das Unternehmen unter anderem auf jeweils mehrere Hundert Digitalisierungsexperten, industriespezifische Consultants und Datenanalysten zurückgreifen.


BLOCKCHAIN

HASSO-PLATTNER-INSTITUT WARNT VOR HYPE

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) kommt in einer Studie zur Blockchain zu dem Schluss, dass die Technologie zwar durchaus das Potential hat, viele Prozesse in der Wirtschaft zu revolutionieren. Gleichzeitig warnen die Autoren aber vor zu großen Erwartungen beziehungsweise Befürchtungen. Die Blockchain sei weder eine „neuartige Allzweckwaffe“ noch ein Werkzeug krimineller Hacker. Vielmehr komme es auf den richtigen Einsatz an. So könne die Blockchain zum Beispiel das Management digitaler Identitäten, den sicheren Datenaustausch zwischen Geräten im Internet der Dinge (IoT) oder die Effizienz von Lieferketten verbessern. Zusätzlich ermögliche die Technologie mit ihrer dezentralen Infrastruktur auch komplexe und vertrauenswürdige Verträge zwischen mehreren Partnern, etwa bei der Vermietung von Wohnungen, Autos oder Fahrrädern.


DIGITALVORSTAND

KÖRBER HOLT DEN KUKA-CDO

Christian Schlögel, der bisherige CDO und CTO des Robotikkonzerns Kuka, wechselt im Herbst zur Unternehmensgruppe Körber. Die Personalie hat der Aufsichtsrat des Unternehmens Ende März beschlossen. Schlögel wird als CDO im Vorstand der stiftungseigenen Körber Aktiengesellschaft die Verantwortung für das Ende 2017 geschaffene Geschäftsfeld Körber Digital übernehmen. Die Körber-Holding ist ähnlich wie Schlögels bisheriger Arbeitgeber unter anderem in den Geschäftsfeldern Automation, Logistik und Werkzeugmaschinen tätig. Der Digitalspezialist studierte an der damaligen Universität Karlsruhe (TH) Informatik, bevor er seine Karriere bei SAP begann und in dem Unternehmen verschiedene Managementpositionen am Stammsitz in Walldorf und in Palo Alto bekleidete. Bei Kuka war Schlögel auch CEO des unternehmensinternen IoT-Anbieters Connyun; spätestens zum 1. September soll er zu Körber wechseln.


PERSONAL

BERTELSMANN STARTET PROGRAMM FÜR BIG-DATA-SPEZIALISTEN

Der Medienkonzern Bertelsmann hat ein Karriereprogramm für angehende Datenspezialisten angekündigt. Ab November sollen insbesondere Absolventen von Studiengängen mit Schwerpunkt Data-Science, Statistik, Mathematik, Physik und IT in einem Rotationsprogramm den Konzern kennenlernen und an neuen, auf Big Data basierenden Produkten und Dienstleistungen arbeiten. Das „Median Data Science Program“ soll, so heißt es bei dem ostwestfälischen Unternehmen, „einen strategischen Beitrag dazu leisten, Bertelsmann digitaler zu machen“. Einer Studie der Jobplattform Joblift zufolge sind Data-Scientists derzeit auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Die Nachfrage nach ihnen stieg in Deutschland in den vergangenen 24 Monaten demnach um mehr als 20 Prozent. Allerdings konnten die Stellen im Schnitt nach 34 Tagen besetzt werden – was im Vergleich zu anderen Stellen im IT-Umfeld nicht besonders lang ist.


AUTONOMES FAHREN

BMW ERÖFFNET ENTWICKLUNGSZENTRUM IN UNTERSCHLEISSHEIM

BMW will in drei Jahren sein erstes autonom fahrendes Serienfahrzeug auf den Markt bringen. Auch um dieses Ziel zu erreichen, hat der Autokonzern in Unterschleißheim ein Entwicklungszentrum eröffnet. 2.000 Mitarbeiter sollen in Zukunft gemeinsam mit Kooperationspartnern an selbststeuernden Autos forschen. Die Hälfte davon sind Medienberichten zufolge schon vor Ort. So werde zum Beispiel schon gemeinsam mit Intel und anderen Partnern – darunter auch der Konkurrent Fiat-Chrysler (siehe dazu auch CEDO 3/2018) – an einer Plattform für die Vernetzung der Fahrzeuge gearbeitet. Der Münchner Autobauer hat zudem angekündigt, in diesem Jahr rund 7 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung zu stecken – 1 Milliarde mehr als 2017.