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KI-Bundesverband, Zalando, Bosch, Kinderpornographie in der Blockchain, Mehr Umsatz durch Digitalisierung

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

KI-BUNDESVERBAND BESTEHT NUR AUS KMU UND START-UPS

24 Unternehmen haben im März den Bundesverband Künstliche Intelligenz gegründet. Mitglieder des Verbandes sind dabei nur Unternehmen, deren Geschäftsmodell fast ausschließlich auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Deshalb fehlen Branchengrößen wie SAP sowie internationale Player wie Amazon, IBM oder Google, die sich zwar auch mit KI beschäftigen, für die diese Technologie aber nicht unbedingt zentral für das Geschäftsmodell ist. Der Verband will nach eigenen Angaben einen „Menschen-zentrierten und Menschen-dienlichen Einsatz von KI-Technologien“ fördern sowie die Kooperation zwischen Start-ups, Wissenschaft und etablierten Unternehmen unterstützen. Zum Vorstand des neuen KI-Verbandes gehören Jörg Bienert (Aiso-Lab), Rasmus Rothe (Merantix) und Fabian Behringer (Ebot7).


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

ZALANDO ERSETZT 250 MARKETINGMITARBEITER DURCH ALGORITHMEN

Kunden des Onlinemodehändlers Zalando sollen in Zukunft Werbe-E-Mails bekommen, die von Algorithmen statt von Menschen geschrieben wurden. Das Unternehmen entlasse deswegen bis zu 250 Mitarbeiter seiner Marketingabteilung, berichtet die F.A.Z. – stattdessen will das Unternehmen Entwickler einstellen. „Wir gehen davon aus, dass Marketing in Zukunft noch datenbasierter sein muss. Dafür brauchen wir einen höheren Anteil an Entwicklern und Datenanalysten“, wird in dem Artikel Rubin Ritter, Co-Chef von Zalando, zitiert. Programmierer und Entwickler zu finden sei freilich auch für Zalando nicht einfach.


BLOCKCHAIN

Studie: Bitcoin-Kette enthält Kinderpornographie

Die Bitcoin-Blockchain enthält kinderpornographisches Material. Das will eine Gruppe deutscher Wissenschaftler herausgefunden haben. Die Forscher aus Aachen und Frankfurt am Main haben für ihre Studie „A Quantitative Analysis of the Impact of Arbitrary Blockchain Content on Bitcoin“ eine Stichprobe von insgesamt 1.600 Dateien untersucht, die in der Blockchain gespeichert wurden. Davon hätten mindestens acht sexuellen Inhalt gehabt, eine habe ein kinderpornographisches Bild und zwei jeweils Hunderte von Links zu ähnlichem Material enthalten. Die Forscher glauben, dass sich jeder, der sich etwa für das Blockchain-Mining die gesamte Blockchain – und damit das inkriminierende Material – herunterlädt, in Deutschland und mehreren anderen Ländern strafbar machen könnte. Schon 2015 hatte Interpol davor gewarnt, dass Blockchains auch Malware enthalten könnten.


CONNECTED MOBILITY

BOSCH SCHAFFT GESCHÄFTSBEREICH FÜR VERNETZTES FAHREN

Bosch will einen neuen Geschäf tsbereich für vernetztes Fahren aufbauen. Das gab der Konzern auf der unternehmenseigenen IoT-Konferenz „Connected World“ im Februar bekannt. Gut 600 Mitarbeiter sollen demnach digitale Mobilitätsdienstleistungen entwickeln und ver treiben. „Vernetzung wird die Ar t, wie wir uns for tbewegen, grundlegend verändern und dabei helfen, die Verkehrsprobleme von heute zu lösen“, sagte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäf tsführung, bei der Vorstellung der Pläne. Als einen der ersten Schritte hat Bosch das amerikanische Star t-up SPLT übernommen, das eine Plattform entwickelt hat, mit der Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen Fahrgemeinschaften für ihre Mitarbeiter organisieren können.


STUDIE

UNTERNEHMEN ERWARTEN MEHR UMSATZ DURCH DIGITALISIERUNG

Die fortschreitende Digitalisierung wird in den kommenden Jahren zu relevanten Umsatzsteigerungen führen. Das zumindest glauben 60 Prozent der Entscheider, die sich an einer Umfrage des Beratungshauses Horváth & Partners beteiligt haben. Zudem erhoffen sich viele der Befragten Produktivitätsgewinne (55 Prozent), eine Kostenreduktion (53 Prozent) sowie eine verbesserte Informationsgewinnung (50 Prozent). Mit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle rechnet hingegen nur jeder Dritte. Abgefragt wurden auch die bisherigen Erfolge bei der Digitalisierung. Ergebnis: Erst bei etwas mehr als der Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) lassen sich Umsatzsteigerungen auf die Digitalisierung zurückführen. Anders sieht es bei der Steigerung der Produktivität und der Senkung der Kosten aus: Hier konnte nahezu jedes Unternehmen auf erste Erfolge verweisen.