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UEFA, Commonwealth Bank of Australia, Merck, Siemens und Alibaba, H-Square, Datenschutz in Japan

BLOCKCHAIN

INTERNATIONALER HANDEL UND TICKETVERKAUF SOLLEN SICHERER WERDEN

Die Blockchain-Technologie wird immer mehr auch jenseits von Kryptowährungen wie Bitcoin eingesetzt. So hat die Commonwealth Bank of Australia den Versand von 17 Tonnen Mandeln nach Hamburg mit Hilfe einer Blockchain gesteuert und überwacht. Gerade im Bereich Handel und Logistik versprechen sich Experten eine höhere Sicherheit durch die Technologie. Angaben zu Herkunft und Transport sollen durch die dezentrale Datenbankstruktur deutlich verlässlicher werden. Bei dem Transfer wurde eine private Installation der Ethereum-Blockchain benutzt. Auch der europäische Fußballverband UEFA hat die Blockchain für sich entdeckt. Ein Großteil der Tickets für die UEFA-Supercup-Begegnung zwischen Real und Atlético Madrid in Tallinn wurde über eine Blockchain-basierte Smartphone-App übermittelt. Das System war bei ausgewählten Europapokalspielen schon getestet und feinjustiert worden, für das Spiel im August (das Atlético 4:2 gegen den Stadtrivalen gewann) wurde es erstmals für alle im freien Verkauf vergebenen Tickets benutzt. Ticketfälschungen sollen so unmöglich werden.


WATCH OUT

H-SQUARE

Heutzutage sind Chatbots noch relativ einfach von echten Gesprächspartnern zu unterscheiden. Insbesondere mit der Erkennung von speziellen Gesprächskontexten haben traditionelle Systeme ein Problem. „Viele Anbieter modellieren den Gesprächsfluss von Chatbots mit einfachen If/Else-Regeln“, sagt Sophie Hundertmark, Co-Gründerin von H-Square. Das Züricher Start-up, das auch auf dem „CEDO-Summit“ am 24. Oktober in Stuttgart zu Gast sein wird, will deshalb bei den eigenen Chatbots KI- und Deep-Learning-Algorithmen einsetzen. Das Tuning mit Künstlicher Intelligenz soll Unternehmen dabei unterstützen, die Effizienz ihrer Prozesse zu steigern – zum Beispiel mit einem E-Commerce-Chatbot im Onlineshop oder einem Recruiting-Chatbot auf der Karriereseite.


KOOPERATIONEN

MERCK UND SIEMENS ARBEITEN MIT ALIBABA-TÖCHTERN ZUSAMMEN

Gleich zwei deutsche Konzerne haben vor kurzem Kooperationen mit Töchtern des chinesischen Internetgiganten Alibaba bekanntgegeben: So plant Siemens, mit Alibaba Cloud das Internet der Dinge (IoT) in China zu pushen, während der Pharmakonzern Merck mit Alibaba Health die Nachverfolgung von Medikamenten verbessern will. In einer gemeinsamen Absichtserklärung, die im Rahmen der deutsch-chinesischen Wirtschaftsgespräche Anfang Juli unterzeichnet wurde, verabredeten Siemens-Chef Joe Kaeser und Alibabas Cloud-Chef Simon Hu unter anderem, dass Siemens’ IoT-System Mindsphere künftig in der Alibaba Cloud erhältlich sein solle. Bei der Kooperation zwischen dem Pharmaunternehmen Merck und Alibaba Health geht es darum, mit Hilfe einer gemeinsamen App Informationen zu Medikamenten leichter zugänglich zu machen sowie Produktfälschungen zu bekämpfen.


AUTOMATION

JEDE FUNFTE ARBEITSSTELLE KONNTE BALD WEGFALLEN

Maschinen an die Macht: Immer mehr Prozesse in Unternehmen dürften in den kommenden Jahren von Robotern übernommen werden. Laut einer Studie der Managementberatung Horváth & Partners, für die insgesamt 180 Entscheidungsträger in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden, werden in einem Drittel der Unternehmen schon Machine-Learning-Technologien oder digitale Assistenten getestet. Durchschnittlich 11 Prozent der Belegschaft, heißt es in der Studie, könnten in den kommenden fünf Jahren aufgrund der Automatisierung ihren Job verlieren. Kein Wunder, dass die mangelnde Akzeptanz auf Seiten der Mitarbeiter bislang als größte Herausforderung beim verstärkten Einsatz von Automationslösungen gilt. (Mehr zur Studie lesen Sie in diesem Artikel.)


DATENSCHUTZ

EU UND JAPAN VEREINBAREN DATENSCHUTZABKOMMEN

Die Europäische Union und Japan haben im Juli ein Abkommen geschlossen, in dem sie das Datenschutzniveau des jeweils anderen als „gleichwertig“ anerkennen. Damit entsteht der nach Angaben der EU geographisch größte Raum für sicheren Datenverkehr. Unternehmen und Institutionen sollen künftig personenbezogene Daten ohne weitere Beschränkungen zwischen Japan und der EU transferieren dürfen. Bevor der „Angemessenheitsbeschluss“, in dem die gegenseitige Anerkennung geregelt ist, endgültig in Kraft treten kann, muss Japan noch ein System einführen, über das sich EU-Bürger bei Verstößen beschweren können. Zudem müssen noch der Europäische Datenschutzausschuss sowie ein Ausschuss aus Vertretern der Mitgliedsstaaten zu dem Abkommen ihr Plazet geben. Bisher hat die EU ähnliche Vereinbarungen unter anderem mit Israel, der Schweiz und Neuseeland sowie – mit Einschränkungen – mit Kanada und den USA abgeschlossen.