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Bosch und IG-Metall, Rolls-Royce, Allianz, Verein für IT-Sicherheit, Cloud-Auslagerung

CYBERCRIME

UNTERNEHMEN, BEHÖRDEN UND DIE BUNDESWEHR GRÜNDEN VEREIN FÜR IT-SICHERHEIT

Bonn hat seit Anfang November einen neuen Verein für Cybersicherheit. Mehrere Unternehmen, darunter die Telekom, verschiedene Startups, Institutionen wie die IHK Bonn/Rhein-Sieg und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie die nordrhein-westfälische Polizei, die Bundeswehr und die Hochschule Bonn- Rhein-Sieg haben in der ehemaligen Hauptstadt den „Cyber Security Cluster Bonn“ gegründet. Der Verein soll „den Standort Bonn als das Herz der Cyber-Security in Europa erlebbar machen“, hieß es anlässlich der Gründung. Dazu könnten neben verschiedenen Smart- City-Projekten mit dem Schwerpunkt Cybersicherheit auch die Etablierung eines Expertengremiums zur Beratung der Bundesregierung sowie die Förderung entsprechender Start-ups gehören.


AUTONOMES FAHREN

FÜR UNFÄLLE SOLL DER HALTER HAFTEN – FINDET DIE ALLIANZ

Geht es nach der Allianz, sollte der Halter eines autonomen Fahrzeugs bei einem Unfall auch dann haften, wenn er gar nicht im Auto sitzt. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Versicherungsunternehmens, Joachim Müller, in einem Zeitungsinterview. Die Idee einiger Juristen, neben natürlichen und juristischen auch elektronische Personen ins Recht aufzunehmen, ist laut dem Versicherungskonzern zu kompliziert. Stattdessen müsse, wie etwa schon heute in der Luftfahrt, der Halter des Fahrzeugs für die Maschinen haften, da er das Fahrzeug in den Verkehr gebracht und davon einen Nutzen habe. Bereits im Frühjahr 2018 hatten knapp 200 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in einem offenen Brief an die EU-Kommission davor gewarnt, eine „elektronische Person“ einzuführen.


GEHALT

Bosch und IG-Metall einigen sich auf ersten „Innovationstarifvertrag“

Der Automobilzulieferer Bosch und die Gewerkschaft IG Metall haben erstmals einen Tarifvertrag für eine besonders innovative Unternehmenseinheit geschlossen. Bislang waren solche Abteilungen aus den üblichen Strukturen und Abmachungen ausgenommen worden, um flexibel auf sich ändernde Bedingungen reagieren zu können. Deshalb enthält die „Innovationstarifvertrag“ genannte Vereinbarung auch deutlich mehr Spielraum bei Arbeitszeiten und Gehalt als übliche Tarifverträge. In einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Rundschau“ haben derweil die beiden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, die Stärkung von Betriebsräten auch in digitaler werdenden Unternehmen angemahnt. „Digitalisierung kann und muss gestaltet werden“, schreiben die Politiker. „Fit für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden wir dabei nur mit mehr betrieblicher Mitbestimmung.“


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

ROLLS-ROYCE SCHAFFT KI-ZENTRUM IN BRANDENBURG

Rolls-Royce will schon im Januar 2019 ein neues Zentrum für Künstliche Intelligenz in Deutschland eröf fnen. Im brandenburgischen Dahlewitz, wo der Flugzeugtriebwerkhersteller seit 25 Jahren ein Werk betreibt, soll das neue Team eng mit den dor t tätigen Ingenieuren, aber auch mit Par tnern aus Wissenschaf t und Wir tschaf t zusammenarbeiten. So gibt es schon seit einigen Monaten Kooperationsprojekte mit dem Hasso-Plat tner-Institut in Potsdam, in denen es zum Beispiel um Predictive-Maintenance- Lösungen für Triebwerke geht sowie um den Ei nsat z von Chatbots zur Verbesserung von Serviceleistungen. Insgesamt plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren 100 Millionen britische Pfund (113 Millionen Euro) in Künstliche Intelligenz und Datentechnologien zu investieren.


IT- INFRASTRUKTUR

VOR ALLEM GROSSE UNTERNEHMEN LAGERN CLOUD-LÖSUNGEN AUS

Gut die Hälfte der deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern hat ihre Cloud-Lösungen in zertifizierte Rechenzentren ausgelagert, weitere 12 Prozent planen dies. Laut einer repräsentativen Befragung von insgesamt rund 1.100 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern durch den IT-Branchenverband Bitkom sind es bei kleineren Unternehmen allerdings deutlich weniger: 28 Prozent der Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern haben ihre Cloud ausgelagert, 9 Prozent planen das Outsourcing. Die Unternehmen versprechen sich dadurch viele Vorteile, sagt Jürgen Biffar vom Bitkom: „Die Auslagerung kann IT-Kosten senken und zugleich die Sicherheit erhöhen, da die Cloud – öffentlich wie privat – bei professionellen Dienstleistern meist wesentlich besser geschützt ist als bei internen IT-Lösungen.“