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Bitcoin und Ethereum, Fingerabdruckscanner, MSD, KI-Bild bei Christie’s, The SQLNet Company

CYBER-SECURITY

FORSCHER KNACKEN FINGERABDRUCKSENSOR MIT HILFE VON KÜNSTLICHER INTELLIGENZ

Ein künstliches neuronales Netz hat Forschern der New York University dabei geholfen, passabel funktionierende „Generalschlüssel“ für das Knacken von Fingerabdrucksensoren zu erstellen. Die Forscher erzeugten dazu künstliche Fingerabdrücke, die sie als „Deep Master Prints“ bezeichneten. Mit diesen konnten sie in bis zu 77 Prozent der Fälle Fingerabdrucksensoren, wie sie etwa in Smartphones verbaut werden, überlisten. Lassen sich nacheinander mehrere der künstlichen Fingerabdrücke ausprobieren, steigt die Erfolgsrate noch einmal deutlich. Das liege unter anderem daran, dass die Scanner nur einen vergleichsweise kleinen Teil des gesamten Fingerabdrucks auswerten, heißt es in einem Bericht. Laut den Forschern sei dies allerdings kein Indiz, dass biometrische Authentifizierungsmethoden nicht sicher sind. Weitaus gefährlicher seien nach wie vor schlechte oder schlecht geschützte Passwörter.


WATCH OUT

THE SQLNET COMPANY

Mit immer besseren Vorhersagemodellen versuchen Unternehmen das eigentlich Unmögliche: in die Zukunft zu schauen. Dafür werten Data- Scientists verschiedene Merkmale aus, die für die Vorhersage von Bedeutung sein könnten. „Steht dem Data-Scientist nicht die nötige Zeit für eine gründliche Analyse zur Verfügung oder kennt er sich nicht ausreichend mit allen Zusammenhängen aus, wirkt sich das verheerend auf die Treffgenauigkeit der prädiktiven Vorhersagemodelle aus“, sagt Alexander Uhlig. „Schlechte Vorhersagen wiederum können hohe finanzielle Schäden bedingen.“ Gemeinsam mit dem promovierten Informatiker Patrick Urbanke hat der Physiker Uhlig im Juli 2017 The SQLNet Company gegründet, ein Start-up, das mit Hilfe einer selbstentwickelten Machine-Learning-Suite Unternehmen bessere Prognossysteme liefern soll. „Beispielsweise entwickeln wir Algorithmen, um die Wahrscheinlichkeit von Maschinenausfällen in einer Produktionsanlage oder die Abwanderung von Kunden eines Unternehmens vorherzusagen.“ Kennengelernt hatten sich die Gründer im Volkswagen Data Lab in München, später zogen sie nach Leipzig um. Dort sind sie Teil des Spin Lab, eines Accelerators der Handelshochschule Leipzig. Bislang ist das Unternehmen rein organisch gewachsen und hat drei Mitarbeiter. „Im kommenden Jahr wollen wir AutoSQL als eine Software-as-a-Service-Lösung anbieten“, sagt Uhlig über die Pläne für 2019. Zudem stünden der Umzug in ein neues Büro und eine Vergrößerung des Teams an.


BLOCKCHAIN

BITCOIN-MINING LOHNT KAUM NOCH | ETHEREUM_ENTWICKLER BUTERIN ZIEHT SICH ZURÜCK

Die beiden großen Kryptowährungen sorgen weiter für Gesprächsstoff. Vitalik Buterin, Begründer der Kryptowährung Ethereum, will sich aus dem Tagesgeschäft verabschieden. Der russisch-kanadische Entwickler möchte nach und nach mehr Einfluss an die Community abgeben und Entscheidungsprozesse in Zukunft dezentraler ausrichten. Seit Mitte Januar ist der Kurs von Ethereum um mehr als 90 Prozent gefallen – deutlich stärker noch als der Kurs des Bitcoin. Dessen Preissturz um etwa 75 Prozent innerhalb eines Jahres führt laut einer Analyse von JP Morgan dazu, dass das Mining für viele Beteiligten nicht mehr rentabel zu betreiben ist. Viele von ihnen sind in den vergangenen Wochen bereits ausgestiegen, vor allem in China, heißt es in einem Zeitungsbericht. Immerhin hat die Abkühlung des Hypes auch etwas Gutes: So ist der weltweite Energiebedarf massiv gesunken.


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

VON ALGORITHMUS ERSTELLTES PORTRÄT FUR KNAPP 400.000 EURO VERSTEIGERT

Das Auktionshaus Christie’s hat in New York nach eigenen Angaben zum ersten Mal ein von einer Künstlichen Intelligenz angefertigtes Kunstwerk versteigert, heißt es in einem Zeitungsbericht. Demnach erzielte das Porträt „Edmond de Belamy“ einen Kaufpreis von umgerechnet 380.000 Euro – ein Vielfaches der Schätzung. Bevor der Algorithmus das Porträt erzeugen konnte, war er vom Künstler Pierre Fautrel mit 15.000 klassischen Porträts trainiert worden. Daraus generierte der Algorithmus dann mehrere neue Bilder. Mit den Einnahmen aus der Auktion wollen die Künstler ihren Algorithmus weiter trainieren, Geld in mehr Rechenleistung stecken und sich an 3-D-Objekten versuchen.


DIGITALVORSTAND

NIKE-CIO JIM SCHOLEFIELD WIRD CDO BEI MSD

Der US-Pharmakonzern MSD hat sich die Dienste des bisherigen Nike-CIOs Jim Scholefield gesichert. Der Manager soll sich als CIO und CDO in Personalunion um die IT sowie die digitale Strategie kümmern. Bevor er drei Jahre als IT-Chef bei dem US-Sportartikelhersteller tätig war, hatte Scholefield in ähnlichen Rollen bei Coca- Cola sowie der Northern Trust Bank gearbeitet. Bei MSD handelt es sich um das ehemalige amerikanische Tochterunternehmen des Darmstädter Merck-Konzerns, das seit dem Ersten Weltkrieg unabhängig ist. Aus namensrechtlichen Gründen tritt der Konzern international als Merck Sharp and Dohme auf, nur in den USA und Kanada hingegen als Merck & Co. Mittlerweile hat MSD beim Umsatz als auch bei der Mitarbeiterzahl den ehemaligen Mutterkonzern in Deutschland überflügelt.