Editorial

Schon 1962 beschrieb der Medientheoretiker Marshall McLuhan die Welt als „Global Village“. Auch wenn die elektronische Vernetzung vor über 50 Jahren noch in den Kinderschuhen steckte, sah der Kanadier, wie sie die Welt zu einem „Dorf“ zusammenschrumpfen lässt. Das gilt heute umso mehr – vor allem in der Wirtschaft: Internationale Konzerne bauen auf Technologien und Führungskräfte aus der ganzen Welt, deutsche Automobilbauer kooperieren mit asiatischen Chipherstellern, und zahlreiche Einzelteile des amerikanischen Elektroautos Tesla kommen von hiesigen Mittelständlern. Allerdings sorgen Abschottungstendenzen in den USA und der Staatskapitalismus in China zunehmend für Unmut und Sorgen bei international aufgestellten Unternehmen. Wie die deutsche Wirtschaft versucht, nicht zwischen den Supermächten in West und Ost zerrieben zu werden, lesen Sie in unserer Titelgeschichte.

Vor einem digitalen Braindrain warnte unlängst Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zudem warf sie die Frage der digitalen (Daten-)Gerechtigkeit auf. Damit scheint das Thema Digitale Transformation endlich auch auf der politischen Agenda angekommen zusein. Doch in den 100 Tagen, die die neue Bundesregierung jetzt im Amt ist, ist nur wenig passiert. Die Wirtschaft fordert immer dringlicher eine bessere Abdeckung mit Breitbandnetzen. Schließlich sollen in Zukunft immer mehr Sensoren, Maschinen und andere Endpunkte miteinander kommunizieren.

Deutlich weniger Anforderungen an die Datenverbindung stellt unsere Webseite www.cedomag.com. Dort finden Sie unter anderem immer die neuesten Infos zu unserem „CEDO-Summit“ am 23. und 24. Oktober in Stuttgart. Vor Ort ist dann auch Dirk Ramhorst, CDO und CIO von Wacker Chemie. Wie er Digitalprojekte an 23 Standorten auf der ganzen Welt umsetzt, erklärt er schon in dieser Ausgabe.

 

Matthias Schmidt-Stein
Leitender Redakteur