NEWS - international

Mobi-Konsortium, Google und das Militär, JP Morgan, Microsoft, Kreatize

BLOCKCHAIN

AUTOHERSTELLER UND -ZULIEFERER GRÜNDEN KONSORTIUM

Die Automobilhersteller BMW, General Motors und Renault haben gemeinsam mit den Zulieferern Bosch und ZF sowie weiteren Unternehmen ein Kosortium gegründet, das Blockchain-Anwendungen in Fahrzeugen realisieren soll. Die „Mobility Open Blockchain Initiative“ (Mobi) ist nicht das erste Projekt, in dem es um die Nutzung der Technologie im Automobilbereich geht. Auch Toyota oder Daimler sind auf dem Feld aktiv. Mobi dürfte allerdings mit insgesamt 30 beteiligten Unternehmen eine der größten Initiativen sein. Erster CEO und Chairman ist Chris Ballinger, der ehemalige Finanzchef und Director of Mobility Services des Toyota Research Institutes. Die Blockchain-Technologie soll im Automobilbereich unter anderem die Daten von Unternehmen und Verbrauchern sicher speichern und verarbeiten. Auch Carsharing-Konzepte könnten davon profitieren.


WATCH OUT

Kreatize

Will ein Industrieunternehmen die Fertigung eines neuen Bauteils in Auftrag geben, ist das häufig mit großem Aufwand und hohe Kosten verbunden. Dieses Problem lernte Simon Tüchelmann während seiner Zeit in der Geschäftsführung des großväterlichen Unternehmens TSF Tübinger Stahlfeinguss kennen. Im Dezember 2015 gründete er in Berlin gemeinsam mit seinem früheren Kommilitonen Daniel Garcia Rodriguez das Unternehmen Kreatize. Das Start-up mit mittlerweile 25 Mitarbeitern bietet eine Website an, auf der Kunden die CAD-Dateien eines Bauteils hochladen können – durchschnittlich zwei Stunden später bekommen sie dank eines Algorithmus ein Angebot. Kreatize fertigt die Bauteile allerdings nicht selbst, sondern vermittelt sie weiter an Fertigungsdienstleister in ganz Europa, die Kapazitäten frei haben. Kreatize selbst erhält für diese Vermittlung eine Provision. Laut Unternehmensangaben ist das Start-up europaweit das einzige, das als Onlineplattform Aufträge in der Fertigungsindustrie vermittelt – andere Plattformen haben sich auf 3-D-Druck spezialisiert.


TECHNOLOGIE

MICROSOFT TESTET UNTERWASSERDATENCENTER

Vor den zu Schottland gehörenden Orkney-Inseln testet das Softwareunternehmen Microsoft ein durch Meerwasser gekühltes Datenzentrum. Anfang Juni wurde dazu ein etwa containergroßer Zylinder im Meer versenkt, in dem bis zu fünf Jahre lang Daten ohne Wartung gespeichert und verarbeitet werden sollen. Durch die Meerwasserkühlung verbraucht das Rechenzentrum sehr wenig Energie, die zudem aus regionalen erneuerbaren Energiequellen stammt. Nach Unternehmensangaben enthält der Zylinder insgesamt 864 Server mit einer Kapazität von knapp 30 Petabyte. Einen großen Nachteil hat das Datencenter auf dem Meeresgrund allerdings: Sollte etwas kaputtgehen, ist eine Reparatur nicht möglich.


PERSONAL

GROSSBANK JP MORGAN HOLT RENOMMIERTE KI-WISSENSCHAFTLERIN

Die KI-Wissenschaftlerin Manuela Veloso arbeitet in Zukunft für die amerikanische Bank JP Morgan. Dort soll Veloso mögliche Anwendungen für Künstliche Intelligenz im Investmentbanking erforschen und weiterentwickeln. Bisher leitete die gebürtige Portugiesin an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (USA) die Forschungsgruppe für maschinelles Lernen. Berichten zufolge hat JP Morgan allein für das laufende Jahr mehr als 10 Milliarden US-Dollar für technische Entwicklungen eingeplant. Investiert werden soll demnach vor allem in Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Big Data.


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

GOOGLE REGELT SEINE ZUSAMMENARBEIT MIT DEM MILITÄR

Google will die Zusammenarbeit mit dem US-Militär einschränken. Der Hightechkonzern hat angekündigt, seine Künstlichen Intelligenzen (KI) zukünftig nicht mehr für Waffen und Überwachung herzugeben. Das sagte der CEO des Unternehmens, Sundar Pichai, Anfang Juni. Der Formulierung einer entsprechenden Leitlinie waren Mitarbeiterproteste gegen das Projekt „Maven“ vorausgegangen, bei dem die Google-KI vom US-Verteidigungsministerium eingesetzt wird, um Drohnenvideos auszuwerten. Mehr als 4.000 Mitarbeiter hatten eine Petition unterzeichnet, was das Unternehmen zu der Entscheidung veranlasste, den Vertrag kommendes Jahr nicht zu verlängern. In anderen Gebieten wie Cybersicherheit, Personensuche und -rettung will Google aber auch in Zukunft mit den Streitkräften zusammenarbeiten.