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Jaguar Land Rover, Carlsberg Group, Automatisierung, Alibaba, Brytes

AUTONOMES FAHREN

JAGUAR WILL MIT KULLERAUGEN AKZEPTANZ ERHÖHEN

Autonome Fahrzeuge sorgen bei vielen Menschen für Skepsis. Mitarbeiter der Automarken Jaguar und Land Rover haben nun vorgeschlagen, die Akzeptanz mit Hilfe von am Auto angebrachten „Kulleraugen“ zu erhöhen. Die comicartigen Augen sollen sich laut einem Medienbericht automatisch auf Fußgänger richten, die etwa an einer Ampel die Straße überqueren wollen. „Es ist für uns selbstverständlich, den Fahrer eines herannahenden Fahrzeugs anzuschauen, bevor wir die Straße betreten“, wird Jaguar-Land-Rover-Manager Pete Bennett zitiert. Die Idee wurde von der „Future Mobility“-Abteilung des Autoherstellers entwickelt und soll nun in einer Feldstudie getestet werden.


WATCH OUT

BRYTES

Ob Suchmaschinenergebnisse, Einkaufsempfehlungen oder Social Stream: Vieles, was Menschen im Internet zu Gesicht bekommen, ist personalisiert. Das Start-up Brytes aus Dortmund will mit einem neuen Ansatz diese Personalisierung verbessern. „Uns war wichtig, eine wirklich menschliche Komponente in diese Gleichung zu bringen“, erklärt Hendryk Hosemann, der das Unternehmen Anfang 2017 mit vier Co-Foundern gegründet hat. Sie wollen ein System schaffen, das Unternehmen eine psychologische Sicht auf die Kunden bietet. Das funktioniert durch psychografische Messungen – so könne man anhand des Mauszeigerverlaufs ablesen, ob ein potentieller Kunde beim Onlineshoppen unsicher oder orientierungslos ist. Da man aber eine End-to-End-Lösung anbieten wolle, sagt Hosemann, biete die „Empathy Engine“ von Brytes auch „Vorschläge von passenden psychologischen Maßnahmen und Messages“, um Zufriedenheit, Loyalität und damit den Umsatz zu steigern. Diese Nachrichten und Hinweise lassen sich aber auch individuell anpassen. Aktuell besteht das Brytes-Team aus zehn Mitarbeitern. Anfang des Sommers wurde eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Seitdem ist Brytes unter anderem Teil des Company-Builders der Lebensversicherung von 1871 München.


AUTOMATISIERUNG

MASCHINEN ARBEITEN IMMER MEHR UND SORGEN GLEICHZEITIG FÜR JOBS

Mitte des kommenden Jahrzehnts könnten erstmals Maschinen und Algorithmen weltweit mehr Arbeit verrichten als Menschen. Das bedeutet laut dem Bericht „The Future of Jobs“, den das Weltwirtschaftsforum (WEF) im September veröffentlicht hat, zwar den Wegfall von 75 Millionen Arbeitsplätzen bis 2022. Gleichzeitig dürften aber 133 Millionen neue Jobs entstehen – vor allem im Bereich Daten und Programmierung. Für den Bericht wurden 300 Unternehmen in 20 Ländern befragt, deren Antworten unter anderem mit Daten aus dem Businessnetzwerk Linkedin verknüpft wurden. Die Unternehmen schätzen, dass derzeit 71 Prozent der Arbeitsstunden von Menschen ausgeführt werden. 2022 sollen es nur noch 58 Prozent sein. Nochmal drei Jahre später dürfte der Anteil der von Menschen geleisteten Arbeit bei unter 50 Prozent liegen. Die Autoren des Berichts weisen zudem darauf hin, wie wichtig Weiterbildung ist. 54 Prozent aller Mitarbeiter benötigen demnach größere Qualifizierungsmaßnahmen, um fit für die Jobs der Zukunft zu werden.


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

ALIBABA GRÜNDET CHIPFIRMA UND INVESTIERT IN KI

Mit der Gründung einer Firma zur Chipproduktion will der chinesische Internetriese Alibaba verstärkt in Künstliche Intelligenz (KI) investieren. Das berichtet das amerikanische Technikmagazin „Technology Review“. In einem Interview mit dem Magazin begründet Alibaba-CTO Jeff Zhang den Schritt damit, dass KI-Chips immer mehr an besondere Rahmenbedingungen und Anforderungen angepasst werden müssen. Eine eigene Produktion bringe daher Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Neben dem Einsatz in eigenen Rechenzentren sollen die Chips des „Pingtou Ge“ (auf Deutsch: „Honigdachs“) genannten Tochterunternehmens aber auch an Drittfirmen verkauft sowie lizenziert werden. Auch an einem Projekt im Bereich der Quantencomputer arbeite Alibaba, erklärte Zhang, der für den Internetkonzern auch das „Damo Academy“-Forschungslabor leitet.)


INDUSTRIE 4.0

CARLSBERG-BRAUEREI KOOPERIERT MIT VIETNAMESISCHEM IT-DIENSTLEISTER

Der dänische Brauereikonzern Carlsberg holt sich Digitalexpertise beim vietnamesischen IT-Dienstleister FPT. Das gaben die beiden Unternehmen im September bekannt. Schon seit einigen Monaten kümmert sich FPT unter anderem um die Themen Künstliche Intelligenz und die Optimierung des Herstellungsprozesses. Zudem plant Carlsberg nach eigenen Angaben, in den kommenden Jahren in 14 asiatischen Produktionsstätten automatisierte Produktionsleitsysteme einzuführen. FPT zählt unter anderem 100 der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt zu seinen Kunden, gilt damit als einer der führenden IT-Dienstleister in Südostasien und feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Die Carlsberg-Gruppe, 1847 in Kopenhagen gegründet, ist heute der viertgrößte Brauereikonzern der Welt.